Aus der Vergangenheit die Zukunft erreichen

Beobachtungen zu Fruits of Life, Tanzzyklus 2, 22. – 23. Februar 2025 in der Lokremise in St. Gallen

von Johannes Lothar Schröder

Das Eröffnungsritual Préparations aux urgences von Veronika Fischer machte klar, dass die Alten schon deshalb auf Bühnen mit anwesend sind, weil sie in nahezu Jedem und Jeder Spuren hinterlassen haben. Fischer zog eine Anzahl von Gegenständen hervor, benannte sie und empfahl: „Packe alles in ein bis drei hölzerne Zigarrenkisten und verwahre diese für Notfälle jederzeit griffbereit ganz hinten in deiner Wäscheschublade.“ Wer kennt nicht die magischen Qualitäten der Erinnerungsstücke, die sich im Laufe eines Lebens ansammeln. Sie sind Nothelfer und Refugium der Identität, weil sie die das Gedenken an ihre Fundorte und die Begleitumstände ihres ersten Auftauchens wachhalten oder als Gaben oder gar Beutestücke mit wichtigen Personen und Ausnahmezuständen verbunden sind.

Annäherungen und Kämpfe (22. Februar)


Renee Schmalz tanzte zum Gesang von Gabriella Gombas und zur Musik von Jonas Ruedi am Bandoneon. Der Siebte Tag spielte auf die Schöpfungsgeschichte an, die Bibelleser lehrt, wie notwendig und zugleich vergänglich Zufriedenheit über Geschaffenes ist. Gerade Performer*innen wissen, dass paradiesische Zustände im wirklichen Leben eine Momentaufnahme bleiben. Vielleicht hatte Gott Schuldgefühle, als er sah, wie sich Adam und Eva benommen haben.

Der Tänzer war äußerlich ein von den Klängen inspirierter alter Mensch. Sängerin und Musikant lockten ihn aus der Reserve, trieben ihn zu Taten, verführten ihn zum Geckentum und zwangen ihn zum Nachdenken. Halbnackt war der vom Leben gezeichnete Körper nicht zu verbergen. Ohne Hilfsmittel war er auf seine Körpersprache zurückgeworfen, wie es die anscheinend „ewigen Gesten“ andeuteten, die nicht allein Michelangelo im Jüngsten Gericht darzustellen versuchte. Auch tänzerische Praktiken wie Buthoh vollziehen solche Gesten der auf die Welt geworfenen Menschen variierend nach. Isoliert gesehen, sind sie so tragisch wie lächerlich, so ernst wie beschämend, so verzweifelt wie befreiend. Die Fixierungen, die im Kunstwerk vorgenommen werden, bleiben immer auch eine Fessel, die wie ein Korsett wirkt, solange die Chancen, sich durch Varianten und neue Erfindungen von den Vorgaben zu befreien, nicht ergriffen werden. Es heißt also „sein Feld beackern“, damit es neue Früchte hervorzubringen kann.

Mit tänzerischen, schauspielerischen und gelegentlich an Wrestling erinnernden Sequenzen traten delta RA`i und Julia Frank in Stirb und werde im Anthropozän gegeneinander an. Beide belauerten sich, bis im Laufe der Performance der Wettbewerb eskalierte, in dem beide sich wechselseitig zunächst in Scharmützel und dann in Gefechte verwickelten. Dabei variierte der Darsteller seine Mimik, so dass Gefühlsregungen wie Trotz, Verzweiflung, Resignation, Freude, Genugtuung, Niedergeschlagenheit oder Kampfeslust erkennen ließen, wie ihm zumute war. Rempler, Ringen und Schubsen führen zu Rückzügen und Neuaufstellungen, nach denen beide mit neuen Kräften und geändertem Repertoire bestmöglich agierten, bis am Ende die Performerin resolut zu Werke ging. Sie drückte das Gesicht des Mannes beherzt in eine Fruchtschale drückte, so dass es ihn die Nase verbog und das Obst zerbarst. Voll mit malträtiertem Obst verwandelte sich die Schale in eine Blutschale.

Während sich in den beiden zunächst besprochenen Performances das in Dominanz, Geschicklichkeit, Nachgiebigkeit oder Durchsetzungskraft liegende Konfliktpotential von Beziehungen gestisch und tänzerisch entfaltete oder theatralisch und physisch bis zur Eskalation gesteigert wurde, ging das Duo Hanna Schoensee und Wilma Vesseur äußerst behutsamen miteinander um. Um ihr Thema Folds & Rimpels darzustellen, brachten beide Tänzerinnen Material ins Spiel, dem sie darstellerische Qualitäten verliehen. Koordiniert gingen beide, die auf dem Saalboden bereitliegenden Planen an. Sie ergriffen die Säume und schritten mit ihnen voran, was die Luft in ein Darunter und Darüber teilte, wodurch sich die Stoffe aufblähten und eine Weile schwebten, bis die Wölbungen in sich zusammenfielen und der Stoff absinkend Falten schlug. Die Dynamik, mit der die im Packen angelieferten Planen entfaltet wurden und wie die Dünung am Strand sich erhob, bis sie krisselig auf den Boden sank, erinnerte an lebenslange Veränderungen der Haut, die sich hier im Zeitraffer einer Metapher gleich plastisch veränderte. Die Symbolik der Plane, die eine hohe Welle schlug, entlastete die performenden Körper, weil sich in den Bewegungen des Stoffes eine hauptsächliche Aussage zum Thema des Festivals lesen ließ.

Tiefe Schichten erkunden (23. Februar)

Beim Betreten des Saals zur Performance Metamorphosen von Anna von Siebenthal erblickten die Zuschauer eine geschwungene Mauer aus aufeinander gestellten rotbraunen Kunststoffblumentöpfen. Durch einen der Töpfe ließ die Performerin Sand auf den Boden rinnen. Das geschah wie ein Suchen auch im Sinne eines Orakels. Wir wissen nicht, was sie erforschte, als sie den Bahnen des Sandes nachging und die Wand aus Töpfen in einer ihrer energischen Drehungen einriss. Das Aufsammeln und Zusammenstecken der Töpfe ließ Teilstücke einer Säule aufwachsen, die ihre Körpergröße schließlich überstieg. Tanzend bewegt verwandelte von Siebental den Stapel in eine Schlange. Nachdem ihr durch immer grenzwertigere Biegungen ein Eigenleben verliehen wurde, fanden beide Enden mit einer kühnen Wendung zueinander, so dass sich die gebogene Säule zu einem Kreis schloß. Es entstand das Symbol einer sich selbst verzehrenden Schlange, die für die sich permanent erneuernde Zeit steht.

Anna von Siebenthal: Metamorphosen, Foto: Autor, VG Bild-Kunst 2025

„Ich freue mich auf die Rente, damit die Geldsorgen endlich aufhören.“, sagte Robert Steijn. Als weltweit tätiger Performer weiß er, was es bedeutete, über Jahrzehnte mit schwankenden Einnahmen materiell zu bestehen. Für seine Aktion zog er Relikte aus dem kleinen Gepäck eines Weltreisenden und Wanderers zwischen unterschiedlichen Kulturen und Milieus. Hell und leise wie ein Windspiel erklangen die auf eine Kette gereihten zarten Knochen. Der Titel seiner Performance Hölzerne Schultern wurde begreifbar, als er mit einem Hilfsgeist in Gestalt einer Puppe mit Armen aus Ästen gestikulierte und ihn die Geschichte der Heilung eines Schulterbruchs moderieren ließ. Als weitere Requisiten drapierte er eine goldene Folie und eine weiße bestickte Decke als Symbole für Sonne und Mond auf dem Boden. Mit kosmischen Symbolen rückte er seine Aktionen in einen magischen Kontext, der dem archaischen Wissen entstammt.
In St. Gallen und später in Amsterdam, wo Steijn heute lebt, muss sich bewähren, was als immaterielles Erbe die Widerstandskraft der mexikanischen Waldbewohnern stärkt. Dieser Dialog mit dem Archaischen ist eine Utopie seit den Anfängen der Performancekunst und macht deutlich, dass Alter und Früchte des Lebens weit über die Vergangenheit eines individuellen Lebens hinaus und in eine Zukunft hinein reichen.

Robert Steijn, Metamorphosen, Foto: Autor VG Bild-Kunst 2025

Das Projekt Dance me to the end brachte Gisa Frank, Angela Stöcklin, Jeanette Engler, Tina Mantel, Anna Huber, Ivan Wolfe, Katharina Vogel und Angelika Ächter zusammen. Diese Tänzer*innen schöpften aus ihrer langen Tanzpraxis und schafften in acht Sequenzen spielerische Momente von Übereinstimmung und Dissonanz, von Entgegenkommen und Aufeinanderprallen, Tragen und Abwerfen, Einschluss und Ausschluss. Das Produkt gegenseitiger Herausforderungen vervielfachte die individuelle Präsenz zu einer Choreografie des Atmens. Sich ausdehnend und zusammenziehend formierten sich die acht tanzenden Individuen zu unerwarteten Konstellationen, bis die individuelle Dynamik sie wieder auseinandertrieb.

Dance me to the End, Foto: Autor, VG Bild-Kunst 2025

Gesten und Bewegung als Folge von Schichtungen verstehen

Zusammenfassend lohnt es sich, noch einmal auf die Vorstellung von Schichtungen als eine Folge von Ablagerungen zurückzukommen. Wovon in der Geologie im materiellen Sinne geredet wird, kann auch wie in der Informatik oder Soziologie als konzeptuelle Dimension, nämlich als Stratifikation, gedacht werden. Wie im Gestein die Schichtungen Informationen über die Erdzeitalter in sich tragen, so stellt man sich die Erinnerung als Summe von Ablagerungen aus Erfahrungen im Gewebe des Gehirns, an den Nerven und anderer Körperfasern vor, die so als Speicher das Erlebte, Nachgeahmte und Geübte vorhalten. Hier sind zeitlich und plastisch Möglichkeiten von vielfältigen Äußerungsmöglichkeiten auf Abruf vorhanden, die es uns erlauben, spontan auf schon vorhandene Erfahrungen zurückzugreifen. Sie bilden ein Band zwischen uns und unseren Vorfahren und Vorläufern, das bis in die Gegenwart reicht, um in die Zukunft zu wirken. Die Performances des Festivals in der Lokremise in St. Gallen hätten dann solche Schichten, die sich im Laufe des Älterwerdens an Gesten, Ritualen, Bewegungen, Haltungen, Kommunikationsweisen etc., abgelagert haben, erkundet.

Anmerkungen und Literatur

Die Verschriftlichung der Eindrücke des Autors folgt nicht in allen Punkten dem Programm der beiden Festivaltage.

Hans Peter Duerr: Sedna oder die Liebe zum Leben, (Suhrkamp) Frankfurt am Main 1984

Richard Schechner: The Future of Ritual, (Routledge) London 1994

Richard Schechner: Theaterantropologie. Spiel und Ritual im Kulturvergleich, (Rowohlt) Reinbek bei Hamburg 1990

Fruits of Life. Das Alter und der Tanz, hg. von Renee Schmalz und Gabriella Gombas, (ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ) Diessenhofen 2024

The Aging Body in Dance, ed. by Nanako Nakajima and Gabriele Brandstetter, (Routledge) Abingdon 2017

Dare to Do the Impossible in Art and Life ——- R.I.P. Tatsumi!

Johannes Lothar Schröder on the death of Tatsumi Orimoto (1946-2025)

Tatsumi Orimoto resting in a chair from China collected by Ai Waiwai at documenta 12, Kassel 2007
Photo: (c) johnicon (VG-Bild-Kunst, Bonn 2025)

Tatsumi Orimoto was a renowned Japanese artist who was born in Kawasaki City in 1946, where he died in 2025. He has worked internationally as a conceptual and performance artist, using photographs, drawings, posters, and mail art to announce and represent his ephemeral works. While studying in New York City, he assisted Nam June Paik and undertook public interventions there under the influence of Fluxus.

From his studio in Kawasaki, Orimoto initiated performances that revolved around carrying objects and communicating with animals such as chickens and pigs. His work „Carrying a Pig“ exemplifies this dual approach to interaction with objects and living beings.

Tatsumi Orimoto: Carrying a Baby Pig on my Back, Tojama-Farm, Juni 13, 2012, Poster (c) ART-MAMA Foundation

Since the 1980s, Orimoto has traveled extensively through China, Indonesia and India. In remote regions, he interacted with people who were experiencing the transition from an agrarian to an industrial society. He explored attitudes and behaviors through objects such as bracelets and ear clips, which he designed for communication purposes. For example, he attached ear clips to  people’s ears so that they could be visibly connected to other people via a wire.

For photo of: Communication Art „Pull to Ear“, Varanasi, India, 1987 scroll down for German version

Later, Orimoto gained notoriety for covering his own head and the heads and faces of others with bread. He organized groups of people whose heads and faces were covered with numerous loaves of bread and baguettes, and led them through streets, public squares, museums, trains, etc., throughout America and many European countries.

Bread-Men in Berlin, Postfuhramt 2007. Photo: (c) johnicon (VG Bild-Kunst, Bonn 2o25)

The cooperation with his mother and the people in the district also attracted a lot of attention. By incorporating them into his work, Orimoto gained attention not only in the art world, but also among doctors and therapists, recognizing his efforts to include people with Alzheimer’s and depression in social life.

Tatumi Orimoto: Small Mama + Big Shoes, Kawasaki 1997, Courtesy of the artist (Art Mama Foundation)

For Tatsumi Orimoto: Art + Medical Care: Collaboration Work with Alzheimer People, 2002, Katsuhira-en, Akita City, Japan scroll down to German version

Throughout his life, he drew while traveling, especially at airports, and after his daily duties in a local bar. The themes of these drawings revolve around violence, sexuality, living together in bathrooms, shops and at fairs. Orimoto was interested in fear and the dynamics of individuals and families in conflict situations.

Tatsumi Orimoto: untitled (airport drawing) Yokohama-City 2004

Ratschläge aus einem Schuh

RATSCHLÄGE AUS EINEM SCHUH

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Let me tell you about this Shoe aus dem Projekt Ongoing Manifesto of Radical Dependency von Lili Huston-Herterich in der Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen am 23. Januar 2025

In Zeiten des Umbruchs und der damit verbundenen Unsicherheit sind Manifeste auch heute ein probates Mittel der Standortbestimmung und der Selbstvergewisserung. Schon die Avantgarden des 20. Jahrhunderts nutzten Manifeste, um die Richtung ihres Weges in die Zukunft zu weisen und konkrete Handlungsanweisungen sowie Hilfestellungen bei Entscheidungen zu geben. Insofern bilden einzelne Künstler oder Künstlergruppen ein Bollwerk gegen Verunsicherung, Desinformation und die Entwertung von Verurteilungen.

Bemerkenswert war das titelgebende Objekt der Aufführung des Manifests, aus dem Lili Huston – Herterich ein Bündel Ratschläge herauswachsen ließ, ein gefundener Schuh. Nacheinander entrollte sie mehr als ein Dutzend Bänder mit aufgestickten Ratschlägen, die die Performerin als Sprechgesang vortrug:

  • Lasst euch nicht unter Druck setzen
  • Holt euch Unterstützung, damit ihr unterstützen könnt
  • Etwas nicht zu verstehen, heißt das nicht, dass es keinen Sinn macht
  • Anerkenne deine Abhängigkeiten
  • Es ist schon fürsorglich, Zeuge zu sein
  • usw.

Ein zur Performance bereitgelegtes Poster enthält alle 15 Anweisungen und vertieft die darin enthaltenen Denkanstöße mittels vernetzter Sprechblasen. Sie beziehen sich auf denkwürdige Begegnungen mit Kolleginnen und Lehrerinnen, daraus gewonnene Erkenntnisse, Zitate und weiterführende Gedanken. Auch das Thema Geld wird thematisiert. Darüber hinaus gibt es Kurz-Memoranden sowie die Quintessenz von Begegnungen, darunter der Ratschlag: “ Don’t let scarcity rule you. It creates fear that fuels greed and competitiveness.“ (Lass dich nicht von der Knappheit beherrschen. Sie erzeugt Angst, die sich in Gier und Konkurrenz verwandelt.)

Der Schuh im Zentrum der Performance ist ein starkes Symbol für Bewegung und steht für Menschen, der ihren Lebensweg gehen und sich verändern. Schuhe haben in der Moderne desöfteren eine Rolle gespielt. Ein mit Nägeln unter den Sohlen verstärktes Paar Arbeitsschuhe hat van Gogh mehr als einmal porträtiert. Es wurde nicht nur deshalb als markantes Beispiel wahrgenommen, weil sein kurzes Leben lang ständig in Bewegung war. Während der Postmoderne wurden Sportschuhe zu Kultgegenständen. Sie erzählen viel über die Unrast von Menschen, die sich unter dem Druck neuer Anforderungen anpassen. Je nach Marke, Zustand und Witterung manifestieren sie den sozialen Status und individuelle Haltungen zu Globalisierung, Selbstoptimierung und Kommerzialisierung. Sie signalisieren Nonkonformismus, Protest oder Irrationalität.
© Johannes Lothar Schröder

ADVICE FROM A SHOE

Let me tell you About this Shoe from the project Ongoing Manifesto of Radical Dependency by Lili Huston-Herterich at the Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen on January 23, 2025

In times of upheaval and the associated uncertainty, manifestos are still an effective means of determining one’s position and self-assurance. Even the avant-gardes of the 20th century used manifestos to point the direction of their path into the future and to provide concrete instructions for action and assistance in making decisions. In this respect, individual artists or groups of artists form a bulwark against uncertainty, disinformation and the devaluation of convictions.

Remarkable was the eponymous object of the performance of the manifesto, from which Lili Huston – Herterich let a bundle of advice grow out, a found shoe. One after the other, she unrolled more than a dozen ribbons with embroidered advice, which the performer recited as a chant:

  • Reject a sense of urgency
  • Get support so you can support
  • Just because you don’t understand it doesn’t mean it doesn’t make sense
  • Acknowledge your dependencies
  • Witness as a care gesture

and so on.

Lili Huston-Herterich: Let me tell you about this shoe, Jan 23, 2025

A poster prepared for the performance contains all 15 instructions and deepens the food for thought contained therein by means of networked speech bubbles. They refer to memorable encounters with colleagues and teachers, insights gained from them, quotes and further thoughts. The topic of money is also addressed. In addition, there are short memoranda as well as the quintessence of encounters, including the advice: „Don’t let scarcity rule you. It creates fear that fuels greed and competitiveness.“ The shoe on which the performance focussed, is a strong symbol of movement and stands for people who walk their path in life and change. Shoes have often played a role in modernity. Van Gogh portrayed a pair of work shoes, reinforced with nails under the soles, more than once. It was perceived as a striking example not only because his short life was constantly in motion. During postmodernism, sports shoes became cult objects. They tell a lot about the restlessness of people who adapt under the pressure of new demands. Depending on the brand, condition and weather, they manifest social status and individual attitudes towards globalisation, self-optimisation and commercialisation. To a certain degree they signal non-conformism, protest or irrationality still today.

(c) Johannes Lothar Schröder