{"id":999,"date":"2021-03-11T17:00:57","date_gmt":"2021-03-11T16:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=999"},"modified":"2021-03-11T17:00:58","modified_gmt":"2021-03-11T16:00:58","slug":"erzwungene-sendezeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=999","title":{"rendered":"Erzwungene Sendezeit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-right\">scroll down for English excerpt<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Zwischen Identit\u00e4tssuche und Terror<\/h1>\n\n\n\n<p>Der Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 war nach Auffassung von Horst Bredekamp der erste \u201eBildproduktionsaufstand\u201c <a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>. Da kaum jemand sein Gesicht verbarg, obwohl sich die Teilnehmer aus verschiedenen Gruppierungen der nationalistischen Rechten an strafbaren Handlungen beteiligten, wobei sie sich mit ihren Smartphonekameras filmten, fragt man sich, weshalb sie keine Strafverfolgung bef\u00fcrchteten? Es ist m\u00f6glich, dass sie sich wie ihr Idol Trump unantastbar f\u00fchlten. Dagegen geht der Berliner Kunsthistoriker davon aus, dass die Taten begangen worden sind, \u201eum Bilder zu erzeugen, um die eigene Identit\u00e4t zu finden.\u201c<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Bredekamp bezog sich mit dieser Behauptung auch auf fr\u00fchere Ereignisse, bei denen sich irregul\u00e4re K\u00e4mpfer z.B. w\u00e4hrend der Balkankriege oder in Syrien vor laufender Kamera mit Kriegsverbrechen br\u00fcsteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Bredekamp \u2013 wahrscheinlich aufgrund des Sendeformats \u2013 unerw\u00e4hnt lie\u00df, ist das Muster der Mediennutzung, das seitens bildender K\u00fcnstler*innen auch als Spiel mit Identit\u00e4t betrieben worden ist.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Unter ihnen war die kalkulierte mediale Aufbereitung von performativen Akten von Anfang an ein Mittel der Wahl und fand einen neuen H\u00f6hepunkt mit ephemeren Kunstformen wie Happenings und Performances seit den 1950ern. Es waren die skandal\u00f6sen Performances der Wiener Aktionisten, mit denen sich die von den akademischen K\u00fcnstlern und Kritikern Ge\u00e4chteten in die Kunstgeschichte eingeschrieben haben. Sie lie\u00dfen ihre Aktionen noch mit Film- und Fotokameras aufnehmen, w\u00e4hrend die Performances der n\u00e4chsten K\u00fcnstlergeneration mit einem neuen elektronischen Medium dokumentiert worden sind. Als <em>SONY<\/em> in den 1970er Jahren eine tragbare Videokamera auf den Markt brachte, die mit einem Kabel an einen Betamax-Kassettenrecorder angeschlossen werden konnte, stand erstmals eine erschwingliche Kamera zur Aufnahme von Aktionen zur Verf\u00fcgung. Diese konnten ohne Zwischenschritte wie Filmentwicklung aufgezeichnet werden, um sie nach dem Zur\u00fcckspulen wiedergeben zu k\u00f6nnen. Das war eine Revolution, denn es machte die K\u00fcnstler*innen vom Foto- und Filmdispositiv unabh\u00e4ngig und erm\u00f6glichte es zudem, sich selbst am Monitor in Echtzeit zu beobachten.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Besonders K\u00fcnstlerinnen, die in dieser Zeit mit Performances experimentierten, begriffen sofort die darin liegenden M\u00f6glichkeiten. Ungest\u00f6rt im Studio lie\u00dfen sich beispielsweise eigene Bewegungen beobachten und korrigieren. Weiterreichender war jedoch, dass Video es gestattete, ein Medium einzusetzen, dass nicht schon von M\u00e4nnern definiert worden w\u00e4re. Dies, die zunehmende Miniaturisierung und Verf\u00fcgbarkeit machte Video zu einem Medium der Selbsterm\u00e4chtigung von K\u00fcnstler*innen und damit zu einem Instrument der Emanzipation, das immer weitere Kreise zog, bis es eine breite \u00d6ffentlichkeit erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, wo generalisierend von \u201elensbased oder timebased media\u201c gesprochen wird, werden Film und Video oft unbedacht gleichgesetzt. Wegen der Rolle von Video als Medium der Emanzipation ist es jedoch dringlich, die Unterschiede der Dispositive Film und Video zu beachten. Es ist die leichte Handhabung von Video im K\u00fcnstlerstudio und der umweglose Weg zum Publikum, der es bis heute erlaubt, einen zunehmenden gesellschaftlichen Nutzen des bewegten Bildes zu gew\u00e4hrleisten. Video hatte die Bildproduktion von Laboren und der industriellen Verwertung, wie die des Films durch Kino oder TV, unabh\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Video als Medium von Gewalt<\/h1>\n\n\n\n<p>Das Potential konnte sich erst recht durch die direkte Verschaltung von Videokamera und Internet im Smartphone seit der Jahrtausendwende entfalten und wurde besonders f\u00fcr zahlreiche Emanzipationsbewegungen und die Durchsetzung von Eigeninteressen essenziell. Auf der Suche nach Zugang zu Ausstellungen in Galerien und Museen ging es nicht immer beschaulich zu. Kaum noch jemand erinnert sich daran, dass Chris Burden im Lauf der Aktion <em>TV Hijack<\/em> am 9. Februar 1972 den TV-Kabelsender Channel 3 im kalifornischen Irvine dazu zwang, ein Interview mit ihm live auszustrahlen. Dazu hielt er der Moderatorin Phyllis Lutjeans ein Messer an den Hals. Am Ende lie\u00df er sich die Aufzeichnung des Senders herausgeben und zerst\u00f6rte das Band mit Aceton. Nur die von ihm durch das ihn begleitende Videoteam gedrehte Sicht auf die Aktion blieb erhalten.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"933\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972-933x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"1001\" data-full-url=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972.jpg\" data-link=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?attachment_id=1001\" class=\"wp-image-1001\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972-933x1024.jpg 933w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972-273x300.jpg 273w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972-768x843.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Burden-TV-Hijack_Irvine-CA-9-2-1972.jpg 1102w\" sizes=\"auto, (max-width: 933px) 100vw, 933px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Chris Burden, TV-Hijack, Channel 3 Cablevision, Irvine, California, o9.o2.1972. Abb. aus Chris Burden. A Twenty-Year Survey. Newport Harbour Art Museum, 1988, S. 54<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der zeitliche Abstand k\u00f6nnte nahelegen, dass sich Terror und Performance- sowie Medienkunst gegenseitig inspiriert haben. Das w\u00fcrde aber die Wirkmacht der Kunst \u00fcbersch\u00e4tzen, wogegen die Erkenntnismacht von Kunst durchaus auf der H\u00f6he der Zeit und der medialen M\u00f6glichkeiten ist. Die Qualifikation der K\u00fcnstler als Bildspezialisten erm\u00f6glichte es einigen von ihnen, das Potential neuer Technologien zu antizipieren und auszusch\u00f6pfen, w\u00e4hrend sich gleichzeitig auch milit\u00e4risch unterlegene Terroristen durch die \u00dcberrumpelung von Medien und konventionellen Streitkr\u00e4ften einen \u2013 wenn auch nur kurzfristigen \u2013 Vorteil verschaffen konnten. Beide Gruppen wurden aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden avantgardistisch, weil sie sich gesellschaftlich wie politisch aus einer Minderheitenposition mit geringer Machtf\u00fclle gegen\u00fcber etablierten und feindlichen Positionen durchsetzen wollten. Das zwang sie zu Spezialisten f\u00fcr \u00dcberraschungen auf einem erweiterten medialen Gebiet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Paradigmenwechsel gab es 1968, als sich Terroristen und vom Terror inspirierte kriegsf\u00fchrende Parteien mit Flugzeugentf\u00fchrungen Zugang zur Berichterstattung in den Massenmedien verschafft haben.<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Wurde anf\u00e4nglich noch das Leben von Flugzeuginsassen benutzt, um eigene Kombattanten freizupressen, entwickelten sich Flugzeugentf\u00fchrungen in eine Richtung, in der es nicht mehr nur auf die Passagiere als Geiseln ankam, sondern das dabei produzierte bildm\u00e4chtige Ereignis f\u00fcr die Nachrichten trat in den Vordergrund, weil es Botschaften in die Medien transportierte.<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Das Topereignis und zugleich das Ende dieser Phase war 9\/11, wo \u2013 notwendiger Zufall \u2013 in Manhattan sogar ein professionelles Filmteam in Begleitung einer Feuerwache unterwegs war und den unangek\u00fcndigten Schlag aufzeichnen konnte. Jules und G\u00e9d\u00e9on Naudet folgten mit ihrer Filmkamera sofort dem kreischenden Ger\u00e4usch des Flugzeugs \u00fcber ihnen, wodurch der erste Einschlag in den Word-Trade-Center-Turm hochaufl\u00f6send dokumentiert wurde. Zwei der drei weiteren Abst\u00fcrze ereigneten sich au\u00dferhalb von Ballungsgebieten, wo kaum private Kameras eingeschaltet waren, um pl\u00f6tzliche Ereignisse sofort festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg zur direkt oder indirekt erzwungenen Sendezeit zeigt sowohl in der k\u00fcnstlerischen wie auch in der politischen Anwendung die ganze Ambivalenz der Unternehmungen, die von Achtsamkeit bis hin zur Brachialgewalt reicht, so dass es geboten ist, die Aufmerksamkeit auf die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den emanzipatorischen und zerst\u00f6rerischen Ans\u00e4tzen der Mediennutzung zu richten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Verh\u00f6hnung der aufkl\u00e4rerischen Funktion von Medien<\/h1>\n\n\n\n<p>Eine Episode aus dem Krieg im fr\u00fcheren Jugoslawien wurde am 16. M\u00e4rz 1999 auf CNN gesendet. Die Zuschauer*innen sehen pl\u00fcndernde serbische Polizisten in einem albanischen Dorf, das anschlie\u00dfend dem Erdboden gleich gemacht wurde. Thomas Keenan fragte sich, warum die auf frischer Tat ertappten Pl\u00fcnderer nicht versuchten, ihr Unrecht zu verbergen? Statt die Journalisten anzugreifen oder in die Flucht zu schlagen, winkten sie dem Kamerateam sogar zu. Keenan sah darin ein Indiz daf\u00fcr, dass \u201eeines der fundamentalen Ziele der B\u00fcrgerrechtsbewegung im Zeitalter der Publizit\u00e4t unwirksam geworden war, denn die erwartbare Offenlegung der Gewalt wurde seitens der Delinquenten nicht mehr gef\u00fcrchtet. Zuvor war sie mehr als die Erf\u00fcllung eines ethischen Anspruchs, sondern eine Intervention.\u201c<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83-1024x391.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1000\" width=\"614\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83-1024x391.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83-300x115.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83-768x293.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83-500x191.jpg 500w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/1999-Mijalic-im-Kosovo-wird-zerst\u00f6rt-Marcaccio-S_83.jpg 1209w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><figcaption>Bill Neely, Mijalic-im-Kosovo-wird von serbischen Polizisten-zerst\u00f6rt, Still eines Videos ausgestrahlt auf ITV Nightly News und CNN am 16.03.1999, Abb. aus: Fabian Marcaccio, Katalog, Kunstmuseum Liechtenstein 2004, S. 83<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die pl\u00fcndernden Serben hatten es wohl kaum darauf angelegt, es in die Abendnachrichten zu schaffen, obwohl das Kamerateam wahrscheinlich aus guten Gr\u00fcnden in dieser Gegend unterwegs war. Am Ende erweist sich das Verhalten der Polizisten, die offensichtlich keine Sanktionierung ihrer Verbrechen bef\u00fcrchten mussten, als Angriff auf die aufkl\u00e4rerische Wirksamkeit von Medieninhalten. Damit verk\u00f6rperten die marodierenden Polizisten nationalistische und totalit\u00e4re Bestrebungen, die nach dem Ende des kalten Krieges ein neues Kapitel der Einschr\u00e4nkung von Pressefreiheit einl\u00e4uteten. Es war bekannt, dass es bei der Allgegenwart von Kameras nur noch schwer m\u00f6glich war, unbeobachtet zu bleiben. Angesichts des einsetzenden Siegeszugs des Internets verbreitete sich unter autorit\u00e4ren Kr\u00e4ften eine zunehmende Hartn\u00e4ckigkeit, die mit Ignoranz, Desinformation, Leugnung und Verleumdung einhergeht. Man setzte auf solche Reaktionsm\u00f6glichkeit gegen die schnelle Verbreitung unerw\u00fcnschter Bilder und versuchte sich sogar gegen weitere Verzweigungen von Informationsfl\u00fcssen in einer vernetzten Welt territorial abzuschotten. Wenn es nicht m\u00f6glich war, das Kursieren von Bildern zu unterbinden, so nutzte man eigene Medien und Nachrichtenkan\u00e4le, um Personen, Demokratiebewegungen und andere Aktivisten ver\u00e4chtlich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Jahrzehnt ist dieser Trend in den \u00e4ltesten Demokratien der Neuzeit voll durchgeschlagen, besonders seit das F\u00fchrungspersonal von Parteien und Kandidaten sich das Wissen von Firmen aneignete, um Wahlen und Stimmungen in ihren L\u00e4ndern zu beeinflussen. Boris Johnson und Donald Trump holten sich einschl\u00e4giges Know-how bei spezialisierten Nachrichtensendern, Internetfirmen und Beratern.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Die rasante Verbreitung der permanenten Bildproduktion und die Manipulation von Informationen schritt unterdessen so weit fort, dass es selbst bei \u00dcbelt\u00e4tern zu einem paradoxen Verhalten kam. Sie lie\u00dfen sich auch w\u00e4hrend Straftaten von ihren Medien begleiten. Schlie\u00dflich erm\u00f6glichte die Miniaturisierung der Medien und die Vernetzung der Welt es einzelnen Aufst\u00e4ndischen, mit dem Smartphone in der einen die mit der anderen Hand ausge\u00fcbten Gewalttaten zu filmen. Als sich am 6. Januar 2021 in Washington die Angreifer auf das Kapitol, dem Sitz des gew\u00e4hlten Souver\u00e4ns, selbst und gegenseitig filmten, wurden massenhaft Straftaten dokumentiert und in den Sozialen Medien verbreitet. Ihr \u00fcberw\u00e4ltigender Siegeszug hatte einen H\u00f6hepunkt erreicht, den sich diejenigen, die Video als Medium der Aufkl\u00e4rung veranschlagten, nicht h\u00e4tten vorstellen k\u00f6nnen. Um diesen Angriff auf die wichtigste Institution der demokratischen Verfassung zu interpretieren, sprach Horst Bredekamp von einem \u201eersten Bildproduktionsaufstand\u201c. Weil kaum jemand sein Gesicht verbarg, sondern im Gegenteil das Parlament als eine Kulisse betrachtet wurde, um sich selbst in Szene zu setzen, ging Bredekamp sogar weiter und behauptete, dass die Straftaten begangen wurden, \u201eum Bilder zu erzeugen, um die eigene Identit\u00e4t zu finden.\u201c<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Waffen im Kampf um Aufmerksamkeit<\/h1>\n\n\n\n<p>Diese Schlussfolgerung gegen\u00fcber einem paradoxen Verhalten ist zugleich irre- wie zielf\u00fchrend. Zun\u00e4chst einmal ist festzuhalten, dass es auf Performances zur\u00fcckgeht, mit denen sich K\u00fcnstler*innen in Szene setzten, die seit den 1950er Jahren bef\u00fcrchten mussten, durch die Gro\u00dfartigkeit von technologischen, sportlichen, politischen und milit\u00e4rischen Ereignissen und ihre Multiplikation in den traditionellen Printmedien und im TV zur\u00fcckgedr\u00e4ngt zu werden. Sie w\u00e4hlten Aktionsformen, die ihnen Aufmerksamkeit \u00fcber die Kunstszene hinaus verschafften.<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter hat sich sowohl das Gef\u00fchl, in die Bedeutungslosigkeit zur\u00fcckgedr\u00e4ngt zu werden, durch das Wirken von Aufmerksamkeitsbeschaffungsprofis noch verst\u00e4rkt. Vor dem Hintergrund der Informationen aus der globalisierten Welt, in der sich st\u00e4ndig und \u00fcberall etwas Wichtiges ereignet, ist die Sorge darum, unbeachtet zu bleiben, zu einem Massenph\u00e4nomen geworden. Jede*r Einzelne k\u00e4mpft auf seine Art und Weise daf\u00fcr beachtet zu werden. Das eigene Smartphone ist zur Waffe im Kampf f\u00fcr mehr Aufmerksamkeit geworden, und wird mit Selfies, kruden Bildern und Clip geladen, um m\u00f6glichst viele Klicks zu erheischen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den USA mit Donald Trump wurde die Situation weiter angeheizt, weil ein Pr\u00e4sident die Entwicklung des multilateralen Systems der Globalisierung zur\u00fcckdrehen wollte, indem er die Nation aus internationalen Vertr\u00e4gen und Verpflichtungen herausl\u00f6ste und gleichzeitig versprach das Land zu neuer Bl\u00fcte zu f\u00fchren. Trump konnte mit so einer Entscheidung bei seinen Anh\u00e4ngern, deren Leben sich verschlechtert hatte, punkten, weil er versprochen hatte, Aufmerksamkeit f\u00fcr die Unbeachteten zu schaffen und Jobs zur\u00fcckzuholen, die weniger qualifizierte Arbeitnehmer*innen wieder Auskommen durch Arbeit erm\u00f6glichen sollte. Das weckte Hoffnung, f\u00fchrte jedoch angesichts der neuen Quellen des Reichtums, die gerade durch die Produktion von Bildern und Daten sowie von Ger\u00e4ten und Programmen f\u00fcr deren globale Zirkulation sprudelten, in eine Sackgasse. Um das zu verschleiern, wurde der Sektor der Software- und Medienkonzerne bezichtigt, manipulativ zu sein, w\u00e4hrend der Pr\u00e4sident, der selbst als Medienprofi im TV-Sektor t\u00e4tig gewesen war, sich aller medialen M\u00f6glichkeiten und auch der Sozialen Medien bediente, um seine Anh\u00e4nger f\u00fcr sich und seine Ziele einzuspannen und seine Gegner zu beleidigen. Dabei war das Ausspielen der alten gegen die neuen Industrien von vorneherein ein unglaubw\u00fcrdiges T\u00e4uschungsman\u00f6ver, weil die Internetkonzerne eng in wichtige Bereiche staatlichen Handelns (z.B. Verwaltung, Waffen, Verteidigung, Spionage, Sicherheit) eingebunden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Da er das industriepolitische Ruder nicht umwerfen konnte, musste Trump zum Finale seiner Pr\u00e4sidentschaft, die er nicht bereit war aufzugeben, seinen Anh\u00e4ngern ein Spektakel bieten, das ihm erlaubte, sein Image als Befreier und Arbeiterf\u00fchrer mit erhobener Faust zu festigen. Also setzte er sich in den letzten Tagen seiner Pr\u00e4sidentschaft an die Spitze der Bewegung und rief seine Anh\u00e4nger dazu auf, das Kapitol zu st\u00fcrmen. Als Anf\u00fchrer beteiligte er sie symbolisch an seiner zu diesem Zeitpunkt schwindenden Macht. Es entstand eine Situation, in der es so aussah, als w\u00fcrden die Anh\u00e4nger des Pr\u00e4sidenten sich selbst erm\u00e4chtigen, das Rad der Geschichte zur\u00fcckzudrehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unvertr\u00e4gliche Auffassungen von Identit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p>Die vielschichtige Wechselbeziehung zwischen Mediennutzung zur Erzeugung von Identit\u00e4t in der Kunst und in der Politik wird bei Bredekamp nur in einem Nebensatz angedeutet, w\u00e4hrend ein anderer Kommentator, Manfred Schneider in der NZZ, seinen Akzent auf die Wildheit in der Selbstdarstellung der Aufst\u00e4ndischen in Washington setzte, die er mit Fu\u00dfballhooligans vergleicht. Die partielle Existenz von Krawalltruppen aus dem Bereich des Sports in Europa auf die politischen K\u00e4mpfe in den USA zu \u00fcbertragen erscheint schon allein deshalb fragw\u00fcrdig, weil dort die Aufst\u00e4ndischen von ihrem Pr\u00e4sidenten eingespannt worden sind, um an einer Medieninszenierung teilzunehmen, w\u00e4hrend Hooligans in Europa von einer Mehrheit der Vereinsmitglieder und den Vorst\u00e4nden der Fu\u00dfballclubs ge\u00e4chtet werden. Au\u00dferdem stellt die Anstiftung der Krawalle in Washington durch den Pr\u00e4sidenten und die ihm nahestehenden Teile seiner Partei, die Idee der Selbsterm\u00e4chtigung und Entwicklung von Identit\u00e4t in Kunst und Gesellschaft auf den Kopf; denn die in vielen L\u00e4ndern Protestierenden setzten ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel, um sich gegen Autokraten durchzusetzen und Unterdr\u00fcckung aufzulehnen. Merkw\u00fcrdig genug, dass Trump als noch amtierender Pr\u00e4sident seinen Anh\u00e4ngern suggerierte, sie w\u00fcrden es den Protestierenden in Wei\u00dfrussland oder in Hongkong gleichtun.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Sturm auf das Kapitol in Washington zeigten die Protestierenden Ausstattungselemente, die Stammeskulturen entlehnt sind, mit denen sich auch Performancek\u00fcnstler*innen im 20. Jahrhundert immer wieder auseinandergesetzt hatten. In Washington wurden von den Aufst\u00e4ndischen Kleidungsst\u00fccken aus der Zeit der Kolonisierung Nordamerikas getragen und durch Kopfschmuck, Tattoos und Gesichtsbemalungen erg\u00e4nzt, die auch ihr Idol und Anf\u00fchrer verwendet. Donald Trump tr\u00e4gt diese Kennzeichen in einer verfeinerten und mediengerechten Art und Weise, deshalb waren seine gelben Haarb\u00fcschel von Anfang an ein wirkungsvolles optisches Signal seiner Stammesf\u00fchrerschaft, das zum pr\u00e4sidialen Markenzeichen auf Fotografien und Karikaturen wurde. Zus\u00e4tzlich entwickelten sich die wei\u00dfen Augenr\u00e4nder immer st\u00e4rker, bis sie in der letzten Phase seiner Pr\u00e4sidentschaft immer deutlicher wie eine Kriegsbemalung hervortraten, um in der Bedr\u00e4ngnis, in die ihn sein unpr\u00e4sidiales Verhalten bei den Wahlen gebracht hatte, Kampfbereitschaft zu signalisieren. Genannt werden muss auch der rote Schlips, der zun\u00e4chst einmal ein konventionelles m\u00e4nnliches Bekleidungsst\u00fcck ist, doch befremdet die Trageweise des roten Binders, der bei notorisch offen getragenem Mantel oder Jackett unmanierlich bis zu den Knien herunterh\u00e4ngt. Vermutlich wird das damit an seine Anh\u00e4nger ausgesendete Signal als Blutspur verstanden. Die j\u00fcngst ausgesprochene Bereitschaft einiger Bef\u00fcrworter, Morde in Betracht zu ziehen und die Drohung, das Parlament in die Luft zu sprengen, weist in diese Richtung.<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">English Excerpt<\/h2>\n\n\n\n<p>During the storming of the Capitol in Washington, the protesters showed face paint, clothing, and headgear, which was borrowed from tribal cultures, which could be watched since the 20<sup>th<\/sup> century, when performance artists repeatedly costumed in such elements. In addition to garments dating back to the times of colonists insurgents used headdresses, tattoos and face paints just as much as by their idol and leader does. Even Trump wears these hallmarks in a refined and media-friendly manner, since his yellow tufts of hair were an effective instrument of his tribal leadership from the outset, which were constantly present in the media and became a trademark in photographs and cartoons. The white eye-edges also developed more and more, until, in the final phase of his presidency, they emerged increasingly as a war paint to signal a willingness to fight in the affliction that his unpresidential conduct had brought him in the elections. The red slip, which at first represents a conventional male garment, must also be mentioned, however the wearing of the red binder hanging down to the &nbsp;knees under an open coat and jacket appears unmannerly. It seems that the leader is sending a signal to his followers, which they reads as a trace of blood. The recent willingness of some supporters to consider murders, and their threat of blowing up Parliament, points in this direction.<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Deutschlandfunk, 8.01.2021, Kultur Heute, im Gespr\u00e4ch, 17:36; <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sturm-auf-us-kapitol-kunsthistoriker-bilder-wie-aus-dem.691.de.html?dram:article_id=490478\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sturm-auf-us-kapitol-kunsthistoriker-bilder-wie-aus-dem.691.de.html?dram:article_id=490478<\/a> (18.02.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sind von den Filmclips der Futuristischen <em>Serate<\/em> nur ein paar verwischte Bilder erhalten, lie\u00df sich Hugo Ball als \u201emagischer Bischof\u201c beim Vortrag seines Gedichts KARAWANE im Fotostudio f\u00fcr die Nachwelt fixieren.&nbsp;&nbsp; Siehe meinen blog-Beitrag \u00fcber Hugo Ball<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Diese M\u00f6glichkeiten wurden von den feministischen K\u00fcnstlerinnen im Umkreis von Judy Chicago und von Bruce Nauman genutzt. In Deutschland war es Ulrike Rosenbach, die diese Technologie in den USA kennenlernte und sie seit 1972 nutzt. <a href=\"https:\/\/www.ulrike-rosenbach.de\/lebenslauf\/\">https:\/\/www.ulrike-rosenbach.de\/lebenslauf\/<\/a> (04.03.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Diese Aktion Burdens steht in Verbindung mit den Flugzeugentf\u00fchrungen der Volksfront zur Befreiung Pal\u00e4stinas, die 1968, 1969 und 1970.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Besonders spektakul\u00e4r ging die Serie von f\u00fcnf Flugzeugentf\u00fchrungen im September 1970 mit der Sprengung von drei der entf\u00fchrten Maschinen im jordanischen Zarqa zu Ende, wodurch die Bilder in die TV-Nachrichten und auf die Titelseiten der Zeitungen gelangten.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a>[7] Georg Franck pr\u00e4gte diesen Begriff mit dem Titel seines Buchs \u201e\u00d6konomie der Aufmerksamkeit. Ein Entwurf\u201c erst 1998, als nicht politische Ereignisse, sondern Werbeleute und Berater schon dazu beigetragen hatten, den Wahrheitsgehalt journalistischer Angebote zu zersetzen, und nach die Wende mit der Globalisierung eine Goldgr\u00e4berstimmung aufkam.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> \u201eWith this simple gesture, not simply cynical or ironic, not simply nihilistic, no matter how destructive, these policemen announced the effective erasure of a fundamental aim of the human rights movement in an age of publicity: that the exposure of violence is feared by these perpetrators, and hence that the act of witness is not simply an ethical gesture but an active intervention.\u201c Thomas Keenan, Three Situations, in: Fabian Marcaccio: From Altered Paintings to Paintants, K\u00f6ln 2004, p. 72 -85. 80. Keenan refers to a Video, which was aired by CNN March 16<sup>th<\/sup>, 1999<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Zum Beispiel spielte Cambridge Analytica (2013-2018) eine Rolle bei der K\u00fcr von Pr\u00e4sidentschaftskandidaten und im Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf Trumps <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/cambridge-analytica-was-wir-ueber-das-groesste-datenleck-in-der-geschichte-von-facebook-wissen\/\">https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/cambridge-analytica-was-wir-ueber-das-groesste-datenleck-in-der-geschichte-von-facebook-wissen\/<\/a> (08.03.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Deutschlandfunk, 08.01.2021, Kultur Heute, im Gespr\u00e4ch, 17:36&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sturm-auf-us-kapitol-kunsthistoriker-bilder-wie-aus-dem.691.de.html?dram:article_id=490478\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sturm-auf-us-kapitol-kunsthistoriker-bilder-wie-aus-dem.691.de.html?dram:article_id=490478<\/a> (18.02.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Johannes Lothar Schr\u00f6der, Identit\u00e4t &#8211; \u00dcberschreitung\/Verwandlung, M\u00fcnster 1990<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Vergangene Woche warnte die amtierende Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, bei einer Kongressanh\u00f6rung davor, die Sicherheitsvorkehrungen am US-Kapitol zur\u00fcckzufahren. Extremisten h\u00e4tten den Wunsch, &#8222;das Kapitol in die Luft zu sprengen und so viele Parlamentarier wie m\u00f6glich zu t\u00f6ten&#8220;. Als m\u00f6glicher Anlass f\u00fcr eine Attacke wurde Bidens erste Rede zur Lage der Nation genannt. Ein Termin f\u00fcr diese sogenannte State of the Union Address steht noch nicht fest. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/miliz-plante-offenbar-attacke-auf-kapitol-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/miliz-plante-offenbar-attacke-auf-kapitol-101.html<\/a> (07\/03\/2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a>Last week, the acting head of the Capitol Police, Yogananda Pittman, warned at a congressional hearing against reducing security measures at the U.S. Capitol. Extremists want to &#8222;blow up the Capitol and kill as many parliamentarians as possible.&#8220; Biden&#8217;s first State of the Nation address was cited as a possible cause for an attack. A date for this so-called State of the Union Address has not yet been set. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/miliz-plante-offenbar-attacke-auf-kapitol-101.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/miliz-plante-offenbar-attacke-auf-kapitol-101.html<\/a>&nbsp; (07\/03\/2021)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>scroll down for English excerpt Zwischen Identit\u00e4tssuche und Terror Der Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 war nach Auffassung von Horst Bredekamp der erste \u201eBildproduktionsaufstand\u201c [1]. 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