{"id":81,"date":"2013-02-06T21:18:01","date_gmt":"2013-02-06T20:18:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=81"},"modified":"2013-03-08T18:55:00","modified_gmt":"2013-03-08T17:55:00","slug":"exportierte-studiosituationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=81","title":{"rendered":"Exportierte Studiosituationen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anna Oppermann<\/strong><\/p>\n<p>Die Definitionsversuche zum Ensemble, die Anna Oppermann vorgenommen hat, sind eine pr\u00e4zise Bestandsaufnahme der Ereignisse in ihrem Atelier. Ihre \u00c4u\u00dferungen von 1978 sondieren ihre Arbeit musterg\u00fcltig (Was ist ein Ensemble? Zur Methode, in: Kunstforum international, Bd. 28, 4\/1978, S. 148; erneut publiziert in: Anna Oppermann. Ensembles 1968-1992,\u00a0 Ausstellung Kunstverein Stuttgart, Ostfildern 2007, S. 110-111).<\/p>\n<p>Sie geht von einem \u201erealen Objekt\u201c aus, das in vier Stadien 1. Meditation (wird nicht verbalisiert), 2. Katharsis (ein erstes \u201eReagieren\u201c, \u201eAbreagieren\u201c und \u201eAssoziieren\u201c ), 3. Reflexion (\u201eZeichnungen und Zustandsfotos\u2026\u201c) und 4. Analyse (Zwischenergebnisse\u00a0 in Gruppen, interdisziplin\u00e4re Recherche und \u201eFormulierung eines ensemblespezifischen Themas\u201c)\u00a0 zum Ausgangspunkt f\u00fcr ein Ensemble aus Objekten und Materialien mit Schrift und Bild wird. Diese Herangehensweise ist speziell, da die K\u00fcnstlerin ihr Werk nicht erwartungsgem\u00e4\u00df abschlie\u00dft, sondern es in einem fragilen variablen Stadium der \u201eAnalyse\u201c aufbaut, fotografiert und abzeichnet und mit dem so gewonnenen Material weiter ausbaut. Damit haben sich die Verantwortlichen und das Publikum in jeder Ausstellung von neuem auseinanderzusetzen. Die Ateliersituationen werden besonders auf diejenigen \u00fcbertragen, die ihre Ensembles posthum erneut einrichten m\u00fcssen. Hans D. Christ und Iris Dressler sprechen deshalb von \u201eWiederauff\u00fchrung\u201c (Kat. 2007, s.o., S. 11f).<\/p>\n<p>Oppermann legte sowohl in ihrem Text wie auch mit ihren Ensembles die Interna der Arbeit im Atelier offen, was implizit verlangt, dass diese vom Personal der Ausstellungsh\u00e4user und dem Publikum nachvollzogen werden. Mit jeder neuen Pr\u00e4sentation wird die Ateliersituation verl\u00e4ngert und an einen neuen Ort exportiert. Die Anordnung und Materialit\u00e4t der Ensembles sorgt daf\u00fcr, dass die schwer zu fassenden Probleme einer angemessenen Darstellung des Assoziieren im Fluss bleiben, indem an ihnen gearbeitet werden muss. Oppermanns Werk vermittelt eine Erwartung an Personal und Publikum, die erf\u00fcllt werden muss, was sie \u00fcber ihren zu fr\u00fchen Tod 1992 hinaus zu einer unbequemen K\u00fcnstlerin macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anna Oppermann Die Definitionsversuche zum Ensemble, die Anna Oppermann vorgenommen hat, sind eine pr\u00e4zise Bestandsaufnahme der Ereignisse in ihrem Atelier. Ihre \u00c4u\u00dferungen von 1978 sondieren ihre Arbeit musterg\u00fcltig (Was ist ein Ensemble? Zur Methode, in: Kunstforum international, Bd. 28, 4\/1978, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=81\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[24,22],"class_list":["post-81","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kuenstlerverzeichnis","tag-atelier","tag-ensembles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81\/revisions\/121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}