{"id":607,"date":"2016-11-16T00:48:09","date_gmt":"2016-11-15T23:48:09","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=607"},"modified":"2016-11-16T14:48:26","modified_gmt":"2016-11-16T13:48:26","slug":"das-gespann-beuys-und-dillinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=607","title":{"rendered":"Das Gespann Beuys und Dillinger"},"content":{"rendered":"<pre>Joseph Beuys\u2018 Auftritt als John Dillinger bei seinem ersten Besuch\r\n\r\nin Chicago am 14. Januar 1974 k\u00f6nnte als Rollenspiel bezeichnet\r\n\r\nwerden. Beuys stieg vor dem Biograph-Kino in der North\r\n\r\nLincoln Avenue aus dem Auto und spielte die Hinrichtung des\r\n\r\nverurteilten mehrfachen Raubm\u00f6rders, der sich seiner Todesstrafe\r\n\r\ndurch Flucht entzogen hatte, als ein Solo. Nach einem Kinobesuch\r\n\r\nwurde Dillinger am 22. Juli 1934 von FBI-Beamten vor dem\r\n\r\nKino gestellt und an Ort und Stelle mit Geschossen durchsiebt.\r\n\r\nBeachtlich ist die aus der Fotoserie von Klaus Staeck herauszulesende\r\n\r\nLeichtigkeit und Bereitschaft zur Improvisation, mit der Beuys sich\r\n\r\nspielerisch in einen Gesetzesbrecher verwandelte. Es\r\n\r\nsind die signifikanten Kleidungsst\u00fccke, also Beuys' Hut und sein\r\n\r\nFellmantel, in denen er glaubw\u00fcrdig als eine Figur der Geschichte\r\n\r\nerschien und doch zugleich er selbst war, also als eine Person der\r\n\r\nGegenwartskunst erkennbar blieb. Je nach Informationen \u00fcber\r\n\r\ndie Hintergrunde springen einem aus dem <em>persona<\/em>-Sandwich, mit\r\n\r\ndem beide zur Deckung gebracht worden sind, einmal Dillinger\r\n\r\nund ein anderes Mal Beuys ins Auge.38 Aber warum gilt dieses\r\n\r\nSpiel einem Gesetzesbrecher?<\/pre>\n<div id=\"attachment_608\" style=\"width: 480px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Umschlag-Vorderseite.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-608\" class=\"wp-image-608\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Umschlag-Vorderseite.jpg\" alt=\"umschlag-vorderseite\" width=\"470\" height=\"725\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-608\" class=\"wp-caption-text\">Auszug (S.246 &#8211; 257) aus diesem Buch. ISBN 978-3-936406-55-9<\/p><\/div>\n<pre><strong>\r\nDie Energie des John Dillinger (1. Variante: Schuldgef\u00fchle)<\/strong>\r\n\r\nEs ist m\u00f6glich, dass die weltweite Berichterstattung \u00fcber Dillingers\r\n\r\nHinrichtung durch das FBI 1934 den damals 13-jahrigen Beuys\r\n\r\nerreicht hatte und ihn das gewaltsame Ende dieses Gesetzesbrechers\r\n\r\nebenso erschreckt wie fasziniert hatte.39 Vielleicht hatte\r\n\r\ndiese Episode auch sein Amerikabild mit der Botschaft gepr\u00e4gt,\r\n\r\ndass man sich nimmt, was man braucht, wenn man bereit ist,\r\n\r\ndas Risiko einzugehen, erschossen zu werden. Bezeichnend ist\r\n\r\njedenfalls, dass sich Dillinger dem jungen Beuys bis zu seinem\r\n\r\nersten Besuch in den USA 40 Jahre sp\u00e4ter eingepr\u00e4gt hatte, wo\r\n\r\nihn Erinnerungen und Recherchen bewogen, diese Szene in einem\r\n\r\nLive-Act zu aktualisieren. Seinem Begleiter Staeck gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferte\r\n\r\nBeuys sein Interesse an diesem Gangster: \u201eIch lege gro\u00dfen\r\n\r\nWert auf die Energie, die in einer Biographie wie der des John\r\n\r\nDillinger liegt. Diese Energien, die beim Dillinger beispielsweise\r\n\r\nnegativ gepolt waren, k\u00f6nnen einen positiven Impuls abgeben.\r\n\r\nNach dem Motto: Unser Liebesimpuls f\u00fcr solche Menschen oder\r\n\r\n\u00fcberhaupt Menschen ist dreifach: untermenschlich, menschlich\r\n\r\nund \u00fcbermenschlich.\u201c40 F\u00fcr den in diesem Kapitel zur Diskussion\r\n\r\nstehenden Ansatz ist wichtig, dass Beuys hier von einem Liebesimpuls,\r\n\r\nalso von einer irrationalen Energiequelle spricht und sie\r\n\r\nauf mehreren Stufen der Menschlichkeit ansiedelt, die von ihm\r\n\r\n\u00e4hnlich gestaffelt wird wie in der Psychologie das Bewusstsein\r\n\r\n(Unterbewusstsein, Ich und \u00dcber-Ich). Ein zweiter Aspekt ist die\r\n\r\nUmpolung des Negativen. Dazu hat Schneede \u00c4u\u00dferungen aus\r\n\r\nverschiedenen Interviews mit Beuys zusammengetragen, die\r\n\r\ndeutlich machen, wie sehr ihn dasB\u00f6se faszinierte.41 So sagte er\r\n\r\nBirgit Lahann, f\u00fcr ihn sei Hitler \u201eein gro\u00dfer Aktionist\u201c, der wie ein\r\n\r\ngro\u00dfer Gangster \u201eseine sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten negativ gebraucht\u201c\r\n\r\n42 \u00a0habe. Unter dem Gesichtspunkt des Aktionismus hat\r\n\r\nihn die Energie fasziniert, die dasB\u00f6se im Kampf gegen seinen\r\n\r\nAntagonisten freisetzen konnte. Und inzwischen hatte er genug\r\n\r\nErfahrungen als Performer, um zu wissen, welche Energien seine\r\n\r\nAktionen ben\u00f6tigten bzw. durch g\u00fcnstige Umstande freigesetzt\r\n\r\nwerden konnten. Diese haben nat\u00fcrlich mit den Energiesch\u00fcben\r\n\r\nzu tun, die er w\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit im Sturzkampfbomber,\r\n\r\ndurch Amphetamine und Lebensgefahr angestachelt, erlebt hatte,\r\n\r\nso dass seine eigenen Aktionen selbst eine Umformung dieser\r\n\r\nvon ihm als Soldat freigesetzten zerst\u00f6rerischen Energie waren,\r\n\r\ndie ihn mit dem Tod konfrontierte.\r\n\r\nDie Personen, die Beuys aus verschiedenen Anlassen aufgef\u00fchrt\r\n\r\nhat, haben jeweils auf ihrem Gebiet und zu ihrer Zeit Verbrechen\r\n\r\nbegangen, Schuld auf sich geladen oder wurden bestraft, bzw.\r\n\r\nrichteten sich selbst. Wenn er diese Biographien auf sich zog, indem\r\n\r\ner sie wie die Episode vom gewaltsamen Ende des Dillinger\r\n\r\nsogar nachspielte, zeichnete sich darin neben der Absicht der\r\n\r\nIdentifikation konkret auch das Bem\u00fchen ab, zu verzeihen und\r\n\r\nSchuld abzutragen, die er nicht nur als Individuum, sondern auch\r\n\r\nals Angeh\u00f6riger seiner Generation im Krieg auf sich geladen hatte.\r\n\r\nEs ging dabei auch um den Fluss von Lebensenergie. Im Moment,\r\n\r\nin dem der Kampf oder der Krieg als Energiereservoire endete,\r\n\r\nbrach diese Energiequelle zusammen und es entstand eine Leerstelle,\r\n\r\ndie durch die Erschlie\u00dfung anderer Energiequellen aufgef\u00fcllt\r\n\r\nwerden musste. In Amerika bekam Energie dar\u00fcber hinaus\r\n\r\nnoch eine weitere Bedeutungsebene durch die Notwendigkeit,\r\n\r\ndie Theorie der sozialen Plastik und der Kreativit\u00e4t ins Englische\r\n\r\nzu \u00fcbertragen. Beuys entschied sich f\u00fcr den Slogan: \u201ethe energy\r\n\r\nplan for the western man\u201c43, wodurch Leben, Technologie und\r\n\r\nNaturwissenschaft miteinander verzahnt wurden.\r\n\r\n\r\n<strong>\r\n\r\nErfahrungspool (2. Variante: Opfer)<\/strong> Auf den ersten Blick erscheinen\r\n\r\ndie Handlungen, von denen hier die Rede ist, identifikatorisch,\r\n\r\ndoch ist dar\u00fcber hinaus festzustellen, dass Energieentfaltung,\r\n\r\nTraumata und fatale Ereignisse zusammenh\u00e4ngen und\r\n\r\neinen Erfahrungspool bilden, dessen Inhalte zwischen Menschen\r\n\r\nmit vergleichbaren Biografien wirksam sind und sich wie ein virtuelles\r\n\r\nWurzelgeflecht zwischen ihnen ausbreiten. Au\u00dferdem\r\n\r\nk\u00f6nnen durch Nachspielen, also Re-doings und Re-Inszenierungen,\r\n\r\nhistorische Zusammenh\u00e4nge mit der Gegenwart gekoppelt\r\n\r\nund so schlie\u00dflich der Neubearbeitung und Umdeutung zuganglich\r\n\r\ngemacht werden. Neben der Darstellung und der durch die\r\n\r\nAktion gesteigerten Energie lag das Eigeninteresse von Beuys\r\n\r\nnicht allein in der Heilung, sondern dar\u00fcber hinaus auch in der\r\n\r\nRevision seiner bisherigen Erfahrungen mit Amerikanern als\r\n\r\nFeinden. Deshalb kann die Personifikation des Dillinger auch als\r\n\r\neine Entlastung betrachtet werden, die dazu beigetragen hatte,\r\n\r\ndass Beuys als K\u00fcnstler von seiner Vorgeschichte unbelastet in\r\n\r\nden USA auftreten konnte. Die Aktion \u201eDillinger\u201c gestaltete daher\r\n\r\nBeuys\u2018 verinnerlichtes Amerikabild um und war folglich mehr\r\n\r\nals ein Rollenspiel, denn sie erm\u00f6glichte ihm durch Identifikation\r\n\r\neigene Schuldgef\u00fchle auf Dillinger abzuw\u00e4lzen, der sich dann\r\n\r\nim christlichen Sinn stellvertretend und schon im Voraus f\u00fcr den\r\n\r\nK\u00fcnstler geopfert hatte. So gelang es Beuys durch Doubeln dieser\r\n\r\npersona auch Schuldgef\u00fchle zu kompensieren, die er nicht nur\r\n\r\nals Soldat akkumuliert, sondern mit der Aneignung der Methoden\r\n\r\nvon FLUXUS und des Begriffs auf sich geladen hatte. Wie\r\n\r\nDillinger sich das Geld aus den Banken holte, sich also materielles\r\n\r\nKapital beschaffte, so hatte sich Beuys FLUXUS angeeignet, um\r\n\r\nseine im Krieg und w\u00e4hrend seiner pers\u00f6nlichen Krise hinter den\r\n\r\nEntwicklungen zur\u00fcckgebliebenen Mittel zur Verwirklichung seiner\r\n\r\nk\u00fcnstlerischen Ideen umzubauen und aufzustocken, um sie\r\n\r\nauf den neuesten Stand zu bringen.44 Man kann mit Beuys\u2018 Worten\r\n\r\ndiesbez\u00fcglich vom immateriellen kulturellen Kapital sprechen,\r\n\r\ndas er sich von j\u00fcngeren Kollegen angeeignet hatte. Insofern hat\r\n\r\ndie Personifikation Dillingers, der sich seiner Strafe nicht entziehen\r\n\r\nkonnte, f\u00fcr Beuys und seine durch die katholische Erziehung\r\n\r\ngepr\u00e4gte Seele, die f\u00fcr s\u00fcndiges Handeln eine Strafe zu erwarten\r\n\r\nhatte, eine entlastende Wirkung. Da er der Kirche nicht mehr\r\n\r\nverbunden war, fand Beuys seine eigenen Wege der Vergebung.\r\n\r\nSo konnte er nach der performativen S\u00fchne auf die Bezeichnung\r\n\r\nFLUXUS verzichten und seine eigene Form der Aktions- und Installationskunst\r\n\r\noffensiver vertreten. Er sagte, er sei \u201emit nichts\r\n\r\nSichtbarem nach Amerika gefahren (\u2026) Sondern nur mit der Idee,\r\n\r\neben der Idee der social sculpture\u201c45.\r\n\r\n\r\n<strong>\r\nIdentifikationsfiguren (3. Variante: Freibeuter)<\/strong> Dillinger hatte\r\n\r\naber auch etwas, was Beuys nicht erreicht hat. Das Echo auf den\r\n\r\nlapidaren Satz, den Beuys als Untertitel der Ausstellung \u201eArena\u201c\r\n\r\nw\u00e4hlte, \u201eWo w\u00e4re ich hingekommen, wenn ich intelligent gewesen\r\n\r\nw\u00e4re \u201c hallt hier nach. Der Satz klingt wie eine Frage, doch\r\n\r\nohne Fragezeichen ist er eine Aussage. Nachdem Hitler ihm und\r\n\r\nMillionen anderen, zum Aufbruch in eine neue Zeit bereiten Jugendlichen\r\n\r\neine neue Welt vorgegaukelt hatte, hatte der junge\r\n\r\nFlieger Beuys durch das Kriegsfiasko alles, was er damals ertr\u00e4umt\r\n\r\nund worauf er sich eingelassen hatte, verloren. Vom Krieg gezeichnet,\r\n\r\nmusste er wie die anderen \u00dcberlebenden in seine zerst\u00f6rte Heimat\r\n\r\nzur\u00fcckkehren. Diese deprimierende Situation lie\u00df\r\n\r\nalles in einem anderen Licht erscheinen, und besonders andere\r\n\r\nKontinente schienen au\u00dfer Reichweite ger\u00fcckt zu sein. Insofern\r\n\r\nwar Dillinger, der den Alten Kontinent schon zuvor verlassen hatte\r\n\r\nund sich in der \u201eNeuen Welt\u201c als Gangster einfach genommen\r\n\r\nhatte, was ihm gefiel, auch eine Heldenfigur, dessen Handeln\r\n\r\nvon Unabh\u00e4ngigkeitsstreben durchdrungen war. Eine solche Haltung\r\n\r\nmag die jungen Soldaten anl\u00e4sslich der Eroberungsz\u00fcge zu\r\n\r\nBeginn des Krieges fasziniert haben, bis diese nach Kriegsende\r\n\r\ndiskreditiert und sanktioniert worden war. Der gewaltsame Tod\r\n\r\nDillingers kompensierte diesen Verlust gleichsam stellvertretend,\r\n\r\nweshalb er f\u00fcr den jungen Beuys, der sich im Krieg und in seiner\r\n\r\nKrise 1956\/57 mit dem Sterben auseinandersetzen musste, eine\r\n\r\nFigur wurde, die auch wegen der Ferne \u2013 in Amerika und in der\r\n\r\nZeitung \u2013 f\u00fcr ihn als Identifikationsfigur eine Distanz zu sich selbst\r\n\r\nerm\u00f6glichte. Diese Distanz verk\u00fcrzte Beuys in Chicago, als er sich\r\n\r\nschlie\u00dflich genau an den Schauplatz des Show-downs chauffieren\r\n\r\nlies. Hier hatte es dann den Anschein, dass er die Wirksamkeit der\r\n\r\nAktionskunst, die er sich in den vorausgegangenen 10 Jahren angeeignet\r\n\r\nund erarbeitet hatte, nun hinsichtlich ihrer Belastbarkeit\r\n\r\nin einer anderen kulturellen Umgebung \u00fcberpr\u00fcfen wollte.\r\n\r\nIn Bezug auf die Kunst der Moderne waren Fluxusk\u00fcnstler Figuren,\r\n\r\ndie eine negative Utopie verk\u00f6rperten, als sie in den 1960er\r\n\r\nJahren als Freibeuter in Europa auftauchten, denn sie traten ohne\r\n\r\ndie Zertifikate von Akademien wie Artisten eines Wanderzirkus\r\n\r\nauf Festivals auf, die nur einen Abend dauerten. Das stie\u00df in der\r\n\r\nKunstwelt nicht einmal auf Unverst\u00e4ndnis, denn man wollte diese\r\n\r\nLeute gar nicht zur Kenntnis nehmen, selbst wenn man sich \u00fcber\r\n\r\nden Professor wunderte, der bei diesem Zirkus partiell mitmachte.\r\n\r\nZuvor hatten schon die Surrealisten mit \u201eErsatzportrats\u201c Identifikationsfiguren\r\n\r\nverwendet, um die Aussagekraft ihrer b\u00fcrgerlichen Bildnisse in Frage zu stellen.\r\n\r\nDazu verwendeten sie die Portr\u00e4ts bekannter zeitgen\u00f6ssischer Krimineller, die\r\n\r\nden illegitimen Status unterstreichen sollten, den Literaten und K\u00fcnstler damals\r\n\r\nin den Augen der Offiziellen hatten. Sie sollten die \u00d6ffentlichkeit provozieren.\r\n\r\nSchlie\u00dflich standen Beuys durch die Begegnungen mit\r\n\r\nNam June Paik und Georges Maciunas k\u00fcnstlerische Mittel zur\r\n\r\nVerfugung, die ihm die Hochschule, an der er studiert hatte und\r\n\r\ndie ihn von Jahr zu Jahr mit einem neuen befristeten Lehrauftrag\r\n\r\nhinhielt, nicht bieten konnte. In den 1960er Jahren noch in dieser\r\n\r\nSackgasse steckend, aus der er durch den Rauswurf aus der Akademie\r\n\r\nbefreit wurde, hatte er Ambivalenz, m\u00f6glicherweise sogar\r\n\r\nNeid gegen\u00fcber den Angeh\u00f6rigen der U.S.-Army empfunden, die\r\n\r\nwie Maciunas und George Brecht als zivile Angestellte in einer\r\n\r\nbeeindruckenden Weise k\u00fcnstlerisch ambitioniert sein konnten.\r\n\r\nBeuys hatte ja Erfahrungen damit, wie es beim Milit\u00e4r zuging, und\r\n\r\nes ist wahrscheinlich, dass er dort mit seinen Kameraden und Ausbildern\r\n\r\nvor den Fronteins\u00e4tzen \u00e4hnlichen Aktivit\u00e4ten und seinen\r\n\r\nnaturwissenschaftlichen Interessen nachgegangen war, weshalb\r\n\r\ner sie nach der Begegnung mit Maciunas in Lebenslauf Werklauf\r\n\r\n\u201eAusstellungen\u201c genannt hatte. Die Eintr\u00e4ge f\u00fcr 1940 mit den\r\n\r\n\u201eAusstellungen\u201c in Posen, in Sewastopol \u201ew\u00e4hrend des Abfangens\r\n\r\neiner JU 87\u201c46, auf dem Flugplatz Erfurt-Bindersleben und\r\n\r\ndem Flugplatz Erfurt-Nord verwandelten Erinnerungen an gravierende\r\n\r\nEreignisse in kunstrelevante Stationen seines Lebens.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<strong>Zur S\u00fchne von Schuld zusammengespannt<\/strong>\r\n\r\nAls die ersten Aktionen von Beuys \u00f6ffentliche Beachtung fanden,\r\n\r\nerlangte ein anderes Gespann gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Der Pilot\r\n\r\ndes Wetterflugzeugs, das der Enola Gay vorausflog und ihr gute\r\n\r\nSicht auf Hiroshima f\u00fcr den zwei Stunden sp\u00e4ter erfolgten Abwurf\r\n\r\nder ersten Atombombe meldete, war wegen seiner Schuldgef\u00fchle\r\n\r\nbekannt geworden. W\u00e4hrend sich seine Kameraden als\r\n\r\nHelden feiern lie\u00dfen, qu\u00e4lte er sich mit den Folgen seiner Tat.\r\n\r\nClaude Eatherly schickte nach dem Krieg Geld nach Japan und\r\n\r\nversuchte sich umzubringen, als Pr\u00e4sident Truman den Bau der\r\n\r\nWasserstoffbombe verk\u00fcndete. Nach wiederholten Klinikaufenthalten\r\n\r\nmachte er durch kriminelle Delikte auf sich aufmerksam,\r\n\r\nbei denen er die Beute liegen lie\u00df.47 So versuchte er Strafen zu\r\n\r\nerzwingen, die ihm jedoch aus verschiedenen Gr\u00fcnden verweigert\r\n\r\nwurden, bis nach weiteren Klinikaufenthalten 1959 G\u00fcnther\r\n\r\nAnders von Eatherly erfuhr und mit ihm korrespondierte. Allein\r\n\r\ndas Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seine Schuldgef\u00fchle, der Anteil nehmende\r\n\r\nRat des Philosophen und die Kontakte, die Anders kn\u00fcpfen half,\r\n\r\ntrugen dazu bei, dass sich Eatherlys Zustand stabilisierte. Anders\r\n\r\nvermochte jedoch nicht, ihn aus der Psychiatrie frei zu bekommen,\r\n\r\nwo man ihn auf milit\u00e4r\u00e4rztlichen Rat festhielt.48\r\n\r\n1959 kam es zu einem Briefwechsel zwischen Eatherly und jungen\r\n\r\nFrauen aus Hiroshima. 30 von ihnen unterzeichneten einen\r\n\r\nBrief, der ein bewegendes Dokument des Verzeihens ist; denn sie\r\n\r\nschrieben: \u201eWir haben gelernt, uns Ihnen gegen\u00fcber als Kameraden\r\n\r\nzu f\u00fchlen, und wir glauben, dass Sie ebenso ein Kriegsopfer\r\n\r\nsind wie wir.\u201c49 Im folgenden Brief von Anders vom 18. August\r\n\r\n1959 verst\u00e4rkte der Philosoph diese Wendung, als er Eatherly\r\n\r\nfragte, ob er sich nicht gl\u00fccklich sch\u00e4tzen sollte, \u201edass nun\r\n\r\neine einzige Frontlinie des Friedens hergestellt worden ist, eine\r\n\r\nFrontlinie, in der die Opfer die \u201aT\u00e4ter\u2018 gleichfalls als Opfer anerkennen?\u201c\r\n\r\n50 Dass Anders die Rhetorik des Krieges w\u00e4hlte, als er\r\n\r\nvon einer \u201eFrontlinie des Friedens\u201c sprach, zeigt, dass der Krieg\r\n\r\nweiter in den K\u00f6pfen tobte. Auch ging es um die Deutungshoheit\r\n\r\ndes Verhaltens von Eatherly, dessen Einlassungen sehr unterschiedlich\r\n\r\nausgelegt wurden. So schildert ihn William Bradford\r\n\r\nHuie in seinem 1964 erschienenen Buch als beleidigte und\r\n\r\nverkrachte Existenz, die sich gew\u00fcnscht habe, auch beim Angriff auf\r\n\r\nNagasaki mit dabei zu sein. Jedoch sei er aus der Airforce\r\n\r\nentlassen worden, weil er bei einem Test geschummelt habe. Es\r\n\r\nmuss hier nicht gekl\u00e4rt werden, was die Motive von Eatherly waren,\r\n\r\nals er sich auf den Briefwechsel mit Anders eingelassen hatte,\r\n\r\nweil hier das Interesse von Anders an einer transatlantischen\r\n\r\nBeziehung zur Bew\u00e4ltigung von Kriegsfolgen und Schuld im Vordergrund\r\n\r\nsteht.51 Deshalb ist es wichtig, dass Dieter E. Zimmer\r\n\r\nseinen Artikel mit einer \u00dcberlegung zur Ambivalenz schlie\u00dft, die\r\n\r\n\u201eden neuen Menschen im Zeitalter der Technik\u201c kennzeichnet,\r\n\r\n\u201eder eingespannt ist in un\u00fcberschaubare Abl\u00e4ufe, denen weder\r\n\r\nseine Vorstellungskraft noch seine Verantwortung gewachsen\r\n\r\nsind\u201c.52 Die Relativierung des Heldenstatus, den Eatherly erlangte,\r\n\r\nweil er als einziger der am 1. Atombombenangriff beteiligten\r\n\r\nFlugzeugbesatzungsmitglieder \u00f6ffentlich Schuldgef\u00fchle bekannte,\r\n\r\nunterstreicht noch einmal die Rolle des Opfers, die auch durch\r\n\r\nAnders f\u00fcr einen milit\u00e4rischen Funktionstr\u00e4ger reklamiert wurde.\r\n\r\nSie verweist auf einen weiteren Wirkmechanismus, der auch\r\n\r\nf\u00fcr Beuys bestimmend gewesen war und r\u00fcckblickend auch f\u00fcr\r\n\r\nOrests Handeln in Anspruch genommen werden kann.\r\n\r\nIn jedem dieser F\u00e4lle geht es darum, nach Taten, die die betreffenden\r\n\r\nProtagonisten in Konflikte mit ihren Idealen und Prinzipien\r\n\r\ngebracht haben, die F\u00e4higkeit zum selbstbestimmten Handeln\r\n\r\nzur\u00fcckzuerobern. Auch dieses \u201eZur\u00fcckerobern\u201c ist Kriegsrhetorik\r\n\r\nund steht in unserer Sprache f\u00fcr einen Krieg, den Menschen gegen\r\n\r\nsich selber f\u00fchren bzw. in sich oder mit der Gesellschaft ausfechten.\r\n\r\nIn dieser Hinsicht ist f\u00fcr die Weiterf\u00fchrung des Gedankens auch die\r\n\r\nReise bedeutsam, die Oppenheimer auf Einladung des Japanischen\r\n\r\nKomitees f\u00fcr intellektuellen Austausch 1960 unternommen hatte.\r\n\r\nNoch auf dem Flughafen fragten ihn Reporter danach, ob er den\r\n\r\nBau der Bombe bedaure und er antwortete: \u201eIch bedaure nicht,\r\n\r\ndass ich etwas mit dem technischen Erfolg der Atombombe zu tun\r\n\r\nhatte. (\u2026) Nicht, das ich sonst kein Bedauern h\u00e4tte, nur ist mein\r\n\r\nBedauern heute abend nicht gr\u00f6\u00dfer als es gestern abend war.\u201c53\r\n\r\nOppenheimer trennte also seine Verantwortung f\u00fcr die Entwicklung\r\n\r\nder Atombombe von der Verantwortung, die der Pr\u00e4sident\r\n\r\nder USA als Oberbefehlshaber hatte. Deshalb hatte Oppenheimer\r\n\r\nauch die Relativierung von Verantwortung, die Anders wegen der\r\n\r\nUndurchschaubarkeit von technischen Ablaufen vorgenommen\r\n\r\nhatte, ablehnen m\u00fcssen; denn als Atomphysiker und verantwortlicher\r\n\r\nEntwickler kannte er sowohl die Funktionsweise der thermonuklearen\r\n\r\nBombe und nach dem Test in New Mexico auch ihre\r\n\r\nZerst\u00f6rungskraft, deren Folgen ihn ja wie viele seiner Mitarbeiter\r\n\r\nan Krebs erkranken und fr\u00fchzeitig sterben lie\u00dfen.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<strong>Geopfert zur\u00fcck unter den Lebenden<\/strong>\r\n\r\n<em>Wanted: dead or alive<\/em>\r\n\r\nDie Aktion Dillinger bekundet Beuys\u2018 Interesse an Outlaws. Es sind\r\n\r\nMenschen, die sich aus eigenem Entschluss oder durch Gesetzesbr\u00fcche\r\n\r\nau\u00dferhalb der Gesellschaft stellen. Ihre Grenzwertigkeit an\r\n\r\nder Schwelle zur Zivilisation w\u00fcrdigt das Gangster- und Westerngenre,\r\n\r\ndas in der Zeit der Aktionen von Beuys zur Bl\u00fcte gelangte.\r\n\r\nIn vielen der Filme geht es um steckbrieflich gesuchte Personen,\r\n\r\ndie mit Namen bezeichnet und eventuell abgebildet \u00f6ffentlich ausgeh\u00e4ngt\r\n\r\n(gepostet) werden. Kopf- oder Fu\u00dfzeile dieser Steckbriefe\r\n\r\ntragen au\u00dferdem den entscheidenden Zusatz: \u201eWanted: dead or\r\n\r\nalive\u201c, und schlie\u00dflich darf die H\u00f6he der Pr\u00e4mie nicht fehlen, die\r\n\r\nwinkt, wenn die Gesuchten tot oder lebendig dem Sheriff \u00fcbergeben\r\n\r\nwerden. Wie aber ist der Status des so Gejagten zu beurteilen\r\n\r\nund welche Rechtsgrundlage gilt f\u00fcr eine derartige Menschenjagd?\r\n\r\nEin Outlaw bezeugt die Problematik eines ungekl\u00e4rten sozialen\r\n\r\nStatus und weist Merkmale des Homo sacer auf, der aus dem antiken\r\n\r\neurop\u00e4ischen Rechtsverst\u00e4ndnis kommend auch in den USA\r\n\r\nunter bestimmten Bedingungen weiterhin existiert. Rechtsstaatlichen\r\n\r\nGrunds\u00e4tzen zufolge musste jeder Verbrecher zun\u00e4chst\r\n\r\nvor ein Gericht gestellt werden, das seine Identit\u00e4t und Schuld\r\n\r\nfeststellt und dann ein Strafma\u00df verk\u00fcndet, das in den USA eine\r\n\r\nExekution einschlie\u00dfen kann. Doch ist Rechtsstaatlichkeit in der\r\n\r\nGeschichte der USA vielfach \u00fcbergangen worden. So wurde das\r\n\r\nLynchen ohne Gerichtsverfahren von Organisationen der schwarzen\r\n\r\nAmerikaner beklagt, zumal es h\u00e4ufig ungeahndet blieb.54\r\n\r\nDar\u00fcber hinaus leben nicht nur in den USA zahlreiche Menschen\r\n\r\naus eigenem Entschluss, wegen Gesetzes\u00fcbertretungen oder\r\n\r\ndurch Ausschlie\u00dfung seitens der Gemeinschaft vollkommen legal\r\n\r\nau\u00dferhalb des gesellschaftlichen Rahmens in der Wildnis. Henry\r\n\r\nDavid Thoreau hat ihnen durch seinen dreij\u00e4hrigen Aufenthalt in\r\n\r\neiner kleinen Blockh\u00fctte, in der er sich der Welt des Geldes und\r\n\r\nder Geldvermehrung entzog, ein von ihm dokumentiertes literarisches\r\n\r\nDenkmal gesetzt, bis ihn die Steuerpflicht einholte.55 Der\r\n\r\nFinanzbeh\u00f6rde konnte er nicht entgehen. Wenn auch die Verfassung\r\n\r\nder USA Niederlassungsfreiheit gew\u00e4hrt und keine Meldepflicht\r\n\r\nkennt, so war er als P\u00e4chter des Grundstucks von Ralph\r\n\r\nWaldo Emerson aktenkundig.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nNach den Kriegen, die die USA im 20. Jahrhundert gef\u00fchrt haben, befanden\r\n\r\nsich unter denen, die sich durch eigenen Entschluss in die Wildnis zur\u00fcckzogen,\r\n\r\nauch zahlreiche Soldaten, f\u00fcr die eine Ausnahme gilt. Soldaten d\u00fcrfen\r\n\r\nt\u00f6ten, ohne dass sie daf\u00fcr belangt werden. Diese Ausnahme, die\r\n\r\neigentlich zeitlich befristet ist, m\u00fcndet nach dem Ende von Kriegen\r\n\r\nin ein Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Soldaten und Zivilisten,\r\n\r\ndas schon bei den R\u00f6mern bestand. Livius sah es als gegeben,\r\n\r\nwenn die \u201eTodgeweihten\u201c nach der Schlacht als Lebende zur\u00fcckkehrten,\r\n\r\ndenn sie unterstanden nicht mehr dem profanen Recht,\r\n\r\nweil sie zuvor den G\u00f6ttern geweiht worden waren. Das sch\u00fctzte sie\r\n\r\nzwar davor, wegen T\u00f6tungsdelikten belangt zu werden, doch\r\n\r\nsonst war ihnen \u2013 einmal den G\u00f6ttern geweiht - die R\u00fcckkehr in\r\n\r\nden Geltungsbereich des staatlichen Rechts verwehrt.56 So standen\r\n\r\nsie au\u00dferhalb der Gesellschaft, doch durften sie nicht wie die\r\n\r\nsteckbrieflich Gesuchten get\u00f6tet werden. Kriegsheimkehrer mussten\r\n\r\nin dieser Zwischenwelt selbst zurechtkommen.\r\n\r\n\r\n\r\n\r\nAmerkungen:\r\n\r\n38 Die Idee des Sandwichs zweier Personen verdanke ich Lynn Hershman,\r\n\r\ndie seit den 1970er Jahren Portr\u00e4ts verschiedener Personen in Form von\r\n\r\nDias \u00fcbereinander gelegt projizierte bzw. die von diesen Dia-Sandwiches\r\n\r\nreproduzierten Fotos ausstellte. Eines zeigt z.B. Sigmund Freud und Marilyn\r\n\r\nMonroe (Gespr\u00e4ch mit Hershman im Marz 1984 in San Fransico).\r\n\r\n39 Schneede erw\u00e4hnt, dass sich in Beuys Nachlass eine Kopie des Berliner\r\n\r\nLokal-Anzeigers vom 23.07.1935 mit dem Bericht \u00fcber dieses Ereignis befindet.\r\n\r\n(Schneede, 1994) S. 324. Auch wenn die Kopie nicht aus der Zeit ist,\r\n\r\nsondern sp\u00e4ter hergestellt wurde, ist es m\u00f6glich, dass der damals 13-jahrige\r\n\r\nBeuys von dem sensationellen Show-down Dillingers erfuhr, und die Person\r\n\r\nfaszinierend genug war, um von Kindern nachgespielt zu werden, um das\r\n\r\nB\u00f6se zu konkretisieren. Bis heute ziehen gespielte Verbrecherjagden \u2013 auch\r\n\r\nsolche in digitaler Form \u2013 das Interesse von Kindern auf sich, weil sie sich so\r\n\r\ndynamisch und performativ mit Gewalt, also den damit verbundenen \u00dcberg\u00e4ngen\r\n\r\nzwischen Gut und B\u00f6se sowie Leben und Tod auseinandersetzen\r\n\r\nk\u00f6nnen.\r\n\r\n40 Beuys in: (Staeck, 1987), S. 210. Zit. nach: Schneede, ebd.\r\n\r\n41 Ebd.\r\n\r\n42 In: Stern, Heft 19, 30.April 1981, S. 77-82, 250-253, S. 82\r\n\r\n43 Joseph Beuys: selten so viel gelacht. Interview von Willi Bongard, in:\r\n\r\nKunstforum international, Bd. 8\/9, 1974, S. 224.\r\n\r\n44 vgl. Kapitel I, Anm. 42\r\n\r\n45 Interview Bongard, s. Anm. 36\r\n\r\n46 In: (Becker, 1965), S. 428\r\n\r\n47 Dieter E. Zimmer fasste in der ZEIT vom 28. August 1964 (S. 9-10) die\r\n\r\nbis dahin ver\u00f6ffentlichte Literatur, einschlie\u00dflich eines Theaterstucks, eines\r\n\r\nFernsehspiels und eines Filmdrehbuchs zusammen.\r\n\r\n48 Da der Fall bekannt und der Briefwechsel ver\u00f6ffentlicht ist, fasse ich mich\r\n\r\nan dieser Stelle kurz, um zu dem hier wesentlichen Punkt zu kommen, der\r\n\r\ndurch den Brief vom 24. Juli 1959 dokumentiert wird. (Anders, 1961), S. 38f\r\n\r\n49 Ebd.\r\n\r\n50 Ebd. Es ist vielsagend, dass Anders sich ausdr\u00fccklich einschlie\u00dft in die\r\n\r\nWendung der Vergebung, weil er sich als Angeh\u00f6riger der Intelligenz ebenso\r\n\r\nschuldig f\u00fchlte am Verlauf des Zweiten Weltkriegs, der auf den verschiedenen\r\n\r\nEbenen, die ihn ausl\u00f6sten, nicht von den klugen K\u00f6pfen der Welt\r\n\r\nverhindert werden konnte.\r\n\r\n51 Anders, dem Autoren von \u201eDie Antiquiertheit des Menschen\u201c (1956, Bd.\r\n\r\nII 1980), ging es ja um die Folgen von Handlungen, die durch Technologie\r\n\r\nderma\u00dfen verst\u00e4rkt werden, dass sie die Kapazit\u00e4ten eines Einzelnen \u00fcbersteigen.\r\n\r\n52 Zimmer, S. 10\r\n\r\n53 (Goodchild, 1982), S. 282\r\n\r\n54 Im Aufruf der National Association for Advancement of Colored People,\r\n\r\nNew York 1935 hei\u00dft es: \u201eWeniger als ein Prozent der Lyncher wurde\r\n\r\nbestraft, und auch nur sehr leicht. Mehr als 5000 F\u00e4lle von Lynchjustiz sind\r\n\r\nohne jede Strafe geblieben\u2026\u201c Kat. Amerika. Traum und Depression 1920 \u2013\r\n\r\n1940, NGBK Berlin 1980, S. 488\r\n\r\n55 Walden or Life in the Woods, 1854\r\n\r\n56 (Agamben, 2002), S. 107<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joseph Beuys\u2018 Auftritt als John Dillinger bei seinem ersten Besuch in Chicago am 14. Januar 1974 k\u00f6nnte als Rollenspiel bezeichnet werden. 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