{"id":306,"date":"2013-11-29T12:47:47","date_gmt":"2013-11-29T11:47:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=306"},"modified":"2013-12-11T21:08:16","modified_gmt":"2013-12-11T20:08:16","slug":"an-art-that-resists-its-context-faeden-und-textile-flaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=306","title":{"rendered":"\u201e\u2026 an art that resists its context? \u2026\u201d F\u00e4den und textile Fl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>zur Installation und Performance A LINE \u2013 WORKING, WEAVING<br \/>\n(Scroll down for English version)<\/p>\n<p>Die Ausstellung A LINE \u2013 WORKING, WEAVING im Kunstverein Harburger Bahnhof <a href=\"http:\/\/www.kvhbf.de\/lang\/d\">http:\/\/www.kvhbf.de\/lang\/d<\/a> pr\u00e4sentierte Textilien in verschiedenen Funktionen wie Vorhang, Seil oder Decke. Anders als viele Ausstellungen kunstfertiger Textilobjekte war diese Installation raumplastisch und auf einen performativen Gebrauch ausgelegt, wie es die Performance der Studenten Charlotte Arnhold, Johanna Bruckner, Nuray Demir, Jihie Kim, Charlotte Livine, Nina Ozan, Albina Siebert, Zuza Spyczak von Brzezinska, die den Workshop von Yael Davids besucht hatten, best\u00e4tigte. Vornehmlich wurden handels\u00fcbliche Stoffe verwendet. So erm\u00f6glichte schon ihre Kleidung den Performerinnen auf dem R\u00fccken \u00fcber den Fu\u00dfboden zu gleiten. Eine Stoffbahn wurde als Abdeckung \u00fcber Bauteile des Ausstellungsraums wie Treppengel\u00e4nder und Fu\u00dfboden gezogen, ehe sie dort zu einer schlangenartigen Doppelspirale zusammengelegt wurde. Die \u00fcber dem Treppengel\u00e4nder herabgeh\u00e4ngten Haare von drei Performerinnen hoben den \u00e4ltesten Naturstoff f\u00fcr Gewebe hervor. Laken waren zu einer von der hohen Decke des ehemaligen Wartesaals herabh\u00e4ngenden Strickleiter zusammengeknotet, so dass eine der Performerinnen dort hinaufsteigen konnte und kopf\u00fcber h\u00e4ngend die Statements der Workshop-Teilnehmerinnen verlas, die der Anspruch gefordert hatte, Sprache als Text mit den Texturen von Textilien zusammenzubringen: \u201e\u2026 Can we speak of an art that resists its context? \u2026\u201c war eine der Fragen.<\/p>\n<div id=\"attachment_309\" style=\"width: 1510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-309\" class=\"size-full wp-image-309\" alt=\"A LINE - WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof photograph: johnicon, VG Bild-Kunst\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv.jpg\" width=\"1500\" height=\"1125\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv.jpg 1500w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15234801konv-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-309\" class=\"wp-caption-text\">A LINE &#8211; WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof<br \/>photograph: johnicon, VG Bild-Kunst<\/p><\/div>\n<h2>Raumplastisches Arbeiten und Textiles als Skulptur?<\/h2>\n<p>Im Statement zum Workshop sowie zur Ausstellung\/Performance ist der derzeitigen Sprachregelung folgend von \u201eSprache und Skulptur\u201c die Rede und man fragt sich, welche Bildwerke gerade im Hinblick auf das textile Material hier gemei\u00dfelt werden sollen. Wenn es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, Dinge in Stoffe \u201eeinzuschlagen\u201c, was allerdings eher mit Papier gemacht wird, m\u00fcsste man am Materialverst\u00e4ndnis derjenigen zweifeln, die dieser praktizierte Sprachregelung folgen. In diesem Zusammenhang sind zwei Ausstellungen in der Hamburger Kunsthalle \u201eLine as an Object\u201c (GEKO) und \u201eOne More than One\u201c (Eva Hesse) n\u00fctzlich, die Arbeiten von K\u00fcnstlerinnen vorstellen, die mit Gewebestrukturen arbeiteten oder die wie Eva Hesse erstmals neue plastische Kunststoffe verwendet haben, um sich damit gegen bis dahin praktizierte Skulptur und die Stofflichkeit von irdenen Plastiken abzugrenzen.<\/p>\n<p>Weil sich Textilien haptisch von Stoffen, die sich schmelzen und formen lassen, sowie von behaubarem Holz oder Fels unterscheiden, sind Textilien doch eine eigene Kategorie des raumplastischen Arbeitens. Auf diese Weise lie\u00dfen sich Oberfl\u00e4chen sowie die r\u00e4umliche und zeitliche Ausdehnung von Geweben besser mit anderen Bild- und Textoberfl\u00e4chen vergleichen. Schlie\u00dflich sind einfache aus Schuss- und Kettfaden bestehende Gewebe dem Raster digitaler Displays und damit den Bildmedien vergleichbar. Hier k\u00e4men Arbeiten in der minimalistischen und konzeptuellen Tradition mit solchen aus der ikonographischen Kunst zusammen. Bildteppiche und Bilder auf Bildschirmen w\u00fcrden vergleichbar. (Vergleiche dazu: Tapisserien von Margret Eicher, die k\u00fcrzlich in der Hamburger Galerie Carolyn Heinz <a href=\"http:\/\/carolynheinz.de\/artist\/margret-eicher\">http:\/\/carolynheinz.de\/artist\/margret-eicher<\/a> zu sehen waren).<\/p>\n<p>In performativer Opposition zum Sprachregime gegenw\u00e4rtiger Kunstdiskurse zeigten die mit den Stoffen agierenden K\u00fcnstlerinnen, dass sie es sich selbstbewusst leisteten, mit den Geweben in einer explizit femininen Tradition umzugehen, also mit ihnen den Raum teilten, Elemente der Innenarchitektur bedeckten, die Stoffe falteten und eindrehten. Die dabei hervorbrachten Bewegungen resultierten aus dem sachgerechten Umgang mit den Eigenschaften der Stoffe. Theatralische oder t\u00e4nzerische Performativit\u00e4t der Bewegungen wurde erst durch Anspielungen z.B. auf \u00a0musikalische Auff\u00fchrungen unterstrichen, die von einer Performerin ausgel\u00f6st wurde, die ihre Geige andeutungsweise auch auf dem R\u00fccken durch den Raum rutschend strich.<\/p>\n<div id=\"attachment_310\" style=\"width: 1510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-310\" class=\"size-full wp-image-310\" alt=\"A LINE - WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof photograph: johnicon, VG Bild-Kunst\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360.jpg\" width=\"1500\" height=\"828\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360.jpg 1500w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360-300x165.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360-1024x565.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB152360-500x276.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-310\" class=\"wp-caption-text\">A LINE &#8211; WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof<br \/>photograph: johnicon, VG Bild-Kunst<\/p><\/div>\n<p>Zusammenfassend zeigte die Performance ihre Qualit\u00e4ten besonders im Umgang mit Tuchen als metaphorisches Material, durch das schlie\u00dflich Netzwerkstrukturen reflektiert werden k\u00f6nnen, die dazu dienen, zusammen zu arbeiten sowie R\u00e4ume und Zeiten aufzuteilen, um die Beziehungen darin zu verwalten und zu beherrschen. F\u00e4den und die daraus gemachten Stoffe k\u00f6nnen uns aber nicht nur verbinden und im Handeln einen, sondern auch einwickeln, einschlie\u00dfen, ausschlie\u00dfen oder sogar fesseln.<\/p>\n<h1 class=\"size-full wp-image-308\">\u201e\u2026 an art that resists its context? \u2026\u201d<\/h1>\n<p>was a statement of the workshop<\/p>\n<p>The exhibition in the Kunstverein Harburger Bahnhof had different kinds of textile on display as curtain, as a rope or plaid. The performance of a group of young art-students (Charlotte Arnhold, Johanna Bruckner, Nuray Demir, Jihie Kim, Charlotte Livine, Nina Ozan, Albina Siebert, Zuza Spyczak von Brzezinska), who joined the workshop on textiles by Yael Davids, put fabrics into multiple use. First of all they used their own clothes as ready-mades, which allowed them to slide on the ground lying on their backs. Also a length of fabric was used as coverage and then rolled in a snake-like lay-out. Three of them let arms and hair hang free over a wall, to show awareness of the oldest material for fabrics. A super-long blanket was tied in knots and used as a rope-ladder fixed at the high wall of the old waiting-room of the train station.<\/p>\n<div id=\"attachment_308\" style=\"width: 1135px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15237403konv.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-308\" class=\"size-full wp-image-308\" alt=\"A LINE - WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof photograph: johnicon, VG Bild-Kunst\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15237403konv.jpg\" width=\"1125\" height=\"1500\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15237403konv.jpg 1125w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15237403konv-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/PB15237403konv-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1125px) 100vw, 1125px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-308\" class=\"wp-caption-text\">A LINE &#8211; WORKING; WEAVING, 15.11.2013, Kunstverein Harburger Bahnhof<br \/>photograph: johnicon, VG Bild-Kunst<\/p><\/div>\n<p>Hanging headfirst here one of the participating artists read the statements of the participants towards the end of the performance, which brought together the intention of the workshop to connect language and the plastic arts. Here the dubious modality, to name all types of installation and object-art sculpture, was unleashed and it was no question to read the quite different qualities of fabric and lines opposed to sculptural material like stone and wood. Two actual exhibitions at the Gallery of the 20<sup>th<\/sup> Century at the Hamburger Kunsthalle show the steps in the emancipation in the plastics arts by artists like Eva Hesse and objects with lines by GEKO.<\/p>\n<p>Opposite to the contemporary philological regime of art-critics and curators Davids and her performers were very much aware of the qualities of the fabrics they used and showed explicitly feminine ways to deal with fabric such as dividing and concealing parts of the space, folding and hanging them in sometimes theatrical movements, which were however required by the shape of the material. There was even an aspect of a musical performance as one of the performers used her violin to show that it was feasible just to imitate the gesture of playing a violin while gliding on the floor in a lying position.<\/p>\n<p>All in all the different parts of the performance showed the qualities of fabrics as metaphorical matter, when being in use. One could notice different kinds of collaborations and networking, which suggested cooperation and divisions in space and time, but also lead to inclusions as well as to exclusions, which weaved in or set apart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zur Installation und Performance A LINE \u2013 WORKING, WEAVING (Scroll down for English version) Die Ausstellung A LINE \u2013 WORKING, WEAVING im Kunstverein Harburger Bahnhof http:\/\/www.kvhbf.de\/lang\/d pr\u00e4sentierte Textilien in verschiedenen Funktionen wie Vorhang, Seil oder Decke. 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