{"id":1165,"date":"2024-12-17T23:44:36","date_gmt":"2024-12-17T22:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1165"},"modified":"2024-12-17T23:44:37","modified_gmt":"2024-12-17T22:44:37","slug":"1165","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1165","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Begegnung einer Eismaschine<br>mit sechs entwurzelten B\u00e4umen<\/h1>\n\n\n\n<p>In drei Ausstellungen in Frankfurt am Main \u00fcberschneiden sich Inhalte und Themen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Hans Haacke Retrospektive in der Schirn bis zum 9. Feb. 2025<\/li>\n\n\n\n<li>Gustav Metzger im TOWER MMK bis zum 5. Jan. 2025<\/li>\n\n\n\n<li>Adrian Piper \u201eWho, Me?\u201c im Portikus bis zum 9. Feb. 2025<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kunst und Technologie<\/h2>\n\n\n\n<p>Technologische Fortschritte infolge des Zweiten Weltkriegs lie\u00dfen K\u00fcnstler seit den 1950er Jahren die \u00e4sthetischen M\u00f6glichkeiten physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse aufgreifen und die sich daraus ergebenden \u00e4sthetischen M\u00f6glichkeiten erforschten.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich der Retrospektive von Hans Haacke (*1936) wurden in der Schirn Installationen des damals in D\u00fcsseldorf lebenden jungen K\u00fcnstlers aufgebaut, der unter dem Einfluss der Gruppe ZERO und Otto Pienes mit Spiegeln, Ballons, Gravitation, Ventilatoren und Eismaschinen experimentierte. Dabei zeigte sich, dass kinetische Objekte und Versuchsanordnungen ohne traditionelle k\u00fcnstlerische Fertigkeiten hergestellt werden konnten. Dennoch lie\u00dfen sich durch ingenieursm\u00e4\u00dfige Produktionsprozesse Gebilde voller poetischer Impressionen erzeugen. Gelenkte Luftstr\u00f6mungen bl\u00e4hten und bewegten farbige Planen und lie\u00dfen B\u00e4lle taumeln, die man mit Helium oder Wasserstoff gef\u00fcllt auch an einer Leine den nat\u00fcrlichen Luftbewegungen \u00fcberlassen konnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"438\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-1024x438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1170\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-1024x438.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-300x128.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-768x328.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-1536x657.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-2048x876.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-Schirn_20241205_105359654.MP_-500x214.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><sup>Abb. 1: Hans Haacke, Eisring, 1970, K\u00e4ltemaschine, Metacrylat, Wasser, MACBA, Barcelona, aus der Slg. Onnasch, Version und Zustand in der Ausstellung, Foto: johnicon, VG Bild-Kunst, Bonn 2024<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eismaschine und Wetterballone<\/h2>\n\n\n\n<p>Von technischen Prozessen abgeleitete Installationen erm\u00f6glichten es, traditionelle Erwartungen in das Machen und Ausstellen von Kunst aufzugeben und im \u00f6ffentlichen Raum ein Publikum unmittelbar zu erreichen. Deshalb hatte sich seit den 1950ern die Kunstpraxis der zwischen den Weltkriegen geboren radikal ver\u00e4ndert. Die Verf\u00fcgbarkeit technischer Mittel entzauberte die Wirksamkeit traditioneller Sch\u00f6nheitsbegriffe nicht zuletzt auch, weil das sie praktizierende B\u00fcrgertum durch den Naziterror &#8211; durch Ermordung und Flucht &#8211; geschw\u00e4cht worden war oder sich durch Einknicken vor den Machthabern um Ansehen und Einfluss gebracht hatte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"665\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-665x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1169\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-665x1024.jpg 665w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-195x300.jpg 195w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-768x1183.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-997x1536.jpg 997w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-1329x2048.jpg 1329w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Schirn_Presse_Hans_Haacke_Sky_Line_1967-scaled.jpg 1662w\" sizes=\"auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><sub>Abb. 2: Hans Haacke, Sky Line, 1967, C-Print auf Aluminium, 152,4 x 99,7 cm, Edition 1\/3, Courtesy der K\u00fcnstler und Paula Cooper Gallery, New York, \u00a9 Hans Haacke \/ VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Foto: Hans Haacke<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eSky-line\u201c, einer Anzahl von mit Leinen verbundener Ballone, die eine Formation am Himmel bildeten, realisierte Haacke 1967 eine konzeptuelle Arbeit in seiner Wahlheimat New York, wo er sich schon 1971 der Kehrseite des Reichtums, n\u00e4mlich der Immobilienspekulation zuwandte, die Wohnungsbesitzern durch un\u00fcbersichtlich aufgef\u00e4cherte Eigentumsverh\u00e4ltnisse und Firmengeflechte Steuervorteile brachte, wodurch letztlich Wohnraum zulasten von Mietern aus dem Verkehr gezogen oder heruntergewirtschaftet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verwendung naturwissenschaftlicher Prozesse und soziales Engagement waren Kriterien f\u00fcr die Auswahl westdeutscher K\u00fcnstler f\u00fcr die Ausstellung \u201eArt into Society &#8211; Society into Art\u201c, wo 1974 sowohl Haacke wie auch Gustav Metzger (1926 \u2013 2017) in der von Christos Joachimides und Norman Rosenthal kuratierten Ausstellung kennen lernten. Des Weiteren stellten KP Bremer, Dieter Hacker, Klaus Staeck und und Joseph Beuys im Institute of Contemporary Art (ICA) aus. Schon die Tatsache, dass Metzger keine Werke ausstellte und dazu die Jahre 1977 \u2013 1980 zu Jahren ohne Kunst ausrief, \u00fcbertrumpfte die sich politisch verstehenden deutschen K\u00fcnstler. Dar\u00fcber hinaus hatte Metzger im Jahr zuvor seine Position als Kunstaktivist als Mitbegr\u00fcnder einer K\u00fcnstlergewerkschaft unterstrichen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die 50 Jahre sp\u00e4ter durch Ausstellungen in Frankfurt zustande gekommene erneute Begegnung beider in Deutschland geborenen K\u00fcnstler, die ihre Kunst in erzwungener oder freiwilliger Emigration verwirklichten, kann als Gl\u00fccksfall gesehen werden. Die Ausstellungen von Haacke und Metzger zeigen, dass \u00fcber das Kr\u00e4ftemessen in politischer Radikalit\u00e4t hinaus, ihre Werke durch \u00f6kologisches Engagement und autokreative Experimente gekennzeichnet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Haacke war Metzger ein Einzelg\u00e4nger, dessen punktuelle Zusammenarbeit mit FLUXUS, Art and Language und anderen Richtungen keine Gruppenbindung nach sich zog. Neben der autodestruktiven Kunst, die Pete Townsend von den Who zur Zertr\u00fcmmerung seiner Gitarren anregte, war es die autokreative Kunst, die Metzger in Form kinetischer Experimente realisierte. Seine Adaptionen naturwissenschaftlicher Experimente mit \u201eLiquid Cristal Environments\u201c feierten ab 1965 einen popkulturellen H\u00f6hepunkt anl\u00e4sslich der Konzerte von The Who und Cream. Im gleichalten Biochemiker Arnold Feinstein aus Cambridge fand Metzger einen Weggef\u00e4hrten, mit dem er nicht nur dynamische B\u00fchnenprojektionen mit Fl\u00fcssigkristallen entwickelte, sondern auch Kritik an der Gesundheitspolitik in die Gesellschaft trug.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"349\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-1024x349.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1132\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-1024x349.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-300x102.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-768x262.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-1536x524.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-2048x699.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/PXL_20240726_165303886-500x171.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abb. 3: Liquid Crystal Environment (Ausschnitt) 1965\/2024, The Estate of Gustav Metzger &amp; The Gustav Metzger Foundation, London (UK)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><sup>Die psychedelisch anmutenden Projektionen des <em>Liquid Cristal Environment<\/em> wurden mit mehreren Projektoren in der Ausstellung im TOWER MMK nachgestellt. Foto des Autors, VG-Bild-Kunst, Bonn 2024<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entwurzelung und \u00f6kologischer Frevel<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein H\u00f6hepunkt der Frankfurter Gustav-Metzger-Ausstellung, die Susanne Pfeffer und Julia Eichler mit zahlreichen Arbeiten aus dem Nachlass realisiert haben, sind die f\u00fcnf \u201estrampelnden B\u00e4ume\u201c, die vor dem TOWER Spalier stehen. Die Baumkronen stecken kopf\u00fcber in Betonkuben, in denen das Leben der B\u00e4ume erstickt. Diese Art eines zu Beton geronnenen \u201eWaterboardings\u201c f\u00fcr Pflanzen realisierte Metzger seit 2010, so dass es mit der sich zuspitzenden Umweltkrise in Verbindung steht. Die Auswirkungen der \u00dcbernutzung der Erde, die 1972 durch den Bericht des Club of Rome vorhergesagt wurden, zeigen sich heute in Gestalt der massiv eintretenen Sch\u00e4den. Neben den B\u00e4umen sind auch andere Lebewesen \u00fcberall auf dem Planeten in Bedr\u00e4ngnis und in den Metropolen sterben immer mehr Menschen an Hitze und verseuchter Atemluft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"506\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-1024x506.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1168\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-1024x506.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-300x148.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-768x379.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-1536x759.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-2048x1012.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/PXL_20240726_165303886-500x247.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><sub>Abb. 4, Gustav Metzger, Strampelnde B\u00e4ume, 2010\/2024, Foto: johnicon, VG Bild-Kunst, Bonn 2024<\/sub><\/p>\n\n\n\n<p>Schon 1972 wollte Metzger auf der documenta 5 die Abgase von vier Autos mit laufenden Motoren in einen mit transparenter Folie \u00fcberzogenen Kubus leiten. Diese abgespeckte Version einer Installation mit 120 Autos wurde genauso zensiert wie die unter einer ebenfalls mit Folie geschlossenen Konstruktion in Stockholm. Dort sollten die Autos mit vollem Tank und laufendem Motor an ihren eigenen Auspuffgasen ersticken. Diese k\u00fcnstlerischen Interventionen stehen am Anfang einer Kette von Leugnungen und Verdr\u00e4ngungsleistungen, mit denen die Vorst\u00e4nde von Unternehmen und andere Profitteure der Ausbeutung von nat\u00fcrlichen Ressourcen den Abwehrkampf gegen alle Mahnungen begannen, die katastrophalen Folgen menschlichen Handelns zu bedenken und Auswege zu suchen. Das Bild der mit ihren Wurzeln in der Luft strampelnden B\u00e4ume verweist in seiner Drastik aber nicht nur auf Umweltzerst\u00f6rung, sondern auch auf eine ihrer Folgen, die Migration. Die im Sprachgebrauch \u00fcblichen Bezeichnung \u201eEntwurzelung\u201c ist sehr umfassend, denn sie benennt die Urbanisierung infolge der Landflucht genauso wie Flucht und Vertreibung durch die Zunahme der Konflikte infolge von Landraub, B\u00fcrgerkrieg, Korruption und Hungersnot.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wei\u00dfes Rauschen. Bin ich gemeint?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Echo der <em>Strampelnden B\u00e4ume<\/em> zeigt der Portikus mit der Installation der amerikanischen Konzeptk\u00fcnstlerin und promovierten Philosophin Adrian Piper (*1948). Der Titel \u201eWho, Me?\u201c ist die k\u00fcrzeste m\u00f6gliche Antwort eines Menschen, der angesichts von Entwurzelung und Entlaubung als eindringliches Bild der zerst\u00f6rten Lebensgrundlagen die Schultern zuckt. So etwa k\u00f6nnte sich auch die Entt\u00e4uschung angesichts des Videos im Untergeschoss des Portikus ausdr\u00fccken, wo vor einer Versammlung aus St\u00fchlen ein wei\u00dfes Video l\u00e4uft, und nichts als das helle Flimmern eines Beamers auf der Projektionswand zeigt. Ein Bild der Nichtung des Egos durch wei\u00dfes Rauschen. Doch, was oder wer wird mit dem Bild der Leere konfrontiert? Menschen, die sich noch nicht von der Hybris verabschiedet haben, die Welt zu beherrschen, zu retten, zu verbessern oder zu ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1166\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM-20241205_125745833.MP_-500x281.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><sub>Abb. 5: Adrian Piper, \u201eWho, Me?\u201c 2024, Portikus Obergeschoss, Foto: johnicon, VG Bild-Kunst, Bonn 2024<\/sub><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"498\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-1024x498.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1167\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-1024x498.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-300x146.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-768x374.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-1536x747.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-2048x996.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/FFM_20241205_130229381.MP_-500x243.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><sub><sup>Abb. 6: Adrian Piper, \u201eWho, Me?\u201c 2024, Installation mit St\u00fchlen, Projektionswand und Beamer, Portikus unte<\/sup><\/sub><sup><sub>n,<\/sub><\/sup><br><sup><sub>Foto: johnicon, VG Bild-Kunst, Bonn 2024<\/sub><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Wer mehr \u00fcber die seit 2005 in Berlin lebende K\u00fcnstlerin erfahren m\u00f6chte, findet nicht nur Informationen \u00fcber die Emigration der US-amerikanischen K\u00fcnstlerin nach Deutschland auf ihrer Homepage. <a href=\"http:\/\/www.adrianpiper.com\/\">http:\/\/www.adrianpiper.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Interview mit Stefan D\u00f6rre im tip-Berlin anl\u00e4sslich der Verleihung des K\u00e4the-Kollwitz-Preises 2018 stellt sie die provozierende These auf: \u201eWir Menschen sind erb\u00e4rmliche, sch\u00e4bige Gesch\u00f6pfe, zu dumm, aus unseren Fehlern zu lernen. Schade.\u201c Was resigniert klingt, geht auf die Forschungen der in Freiburg \u00fcber Immanuel Kant promovierten Forscherin zur\u00fcck, die in den 1970er Jahren in den USA als Performance-K\u00fcnstlerin bekannt wurde.<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bekannterweise hat sich Metzger nahezu sein ganzes k\u00fcnstlerisches Leben lang mit Zerst\u00f6rung besch\u00e4ftigt und zeichnet klaglos ein dialektisches Bild der Destruktion, das der Ambivalenz der Natur folgt: \u201eZerst\u00f6rung und Destruktivit\u00e4t geh\u00f6ren untrennbar zur Natur, die wir kennen; Feuer f\u00e4llt keine moralischen Urteile. Insofern wir selbst Natur sind, Natur uns durchzieht, sind wir unausweichlich in ihr gefangen.\u201c<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Alle drei K\u00fcnstler*innen haben Entwurzelung erlebt, doch haben sie weder ihre Fantasie noch den Willen zur Ver\u00e4nderung verloren. Die ihrer Lebensgrundlage beraubten B\u00e4ume sind daher als ein Fanal zu verstehen. In Frankfurt stehen an der Linie zwischen Park und Hochh\u00e4usern bzw. im Portikus am Ufer des Mains und werben daf\u00fcr, Initiativen zu ergreifen und Optionen zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ein Beispiel ist Cathalysis III, New York 1970, https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DYAdwZ_8sMQ<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zit. nach Booklet zur Ausstellung des MMK, 2024, 15. Absatz: Strampelnde B\u00e4ume, 2010\/2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Begegnung einer Eismaschinemit sechs entwurzelten B\u00e4umen In drei Ausstellungen in Frankfurt am Main \u00fcberschneiden sich Inhalte und Themen. Kunst und Technologie Technologische Fortschritte infolge des Zweiten Weltkriegs lie\u00dfen K\u00fcnstler seit den 1950er Jahren die \u00e4sthetischen M\u00f6glichkeiten physikalischer, chemischer und &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1165\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,2,3],"tags":[36,301,297,23,302,300,299,128,9,298,117],"class_list":["post-1165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kuenstlerverzeichnis","category-neuigkeiten","category-rezensionen","tag-fluxus","tag-frankfurt","tag-haacke","tag-installation","tag-konzeptkunst","tag-kunstundpolitik","tag-kunstundtechnologie","tag-metzger","tag-performance","tag-piper","tag-zerstoerung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1165"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1173,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1165\/revisions\/1173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}