{"id":1145,"date":"2024-11-15T17:02:37","date_gmt":"2024-11-15T16:02:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1145"},"modified":"2024-11-15T17:02:38","modified_gmt":"2024-11-15T16:02:38","slug":"geleakte-fotos-und-der-kaefig-aus-abu-ghraib","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1145","title":{"rendered":"Geleakte Fotos und der K\u00e4fig aus Abu Ghraib"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Vor 20 Jahren in Abu Ghraib und heute Halloween<\/h1>\n\n\n\n<p>Am 28. April 2004 erregten die aus dem Gef\u00e4ngnis von Abu Ghraib geschmuggelten Fotos, die Gefangene in erniedrigenden Posen zeigten, international Aufsehen. Sie verbreiteten sich schnell und galten als Beleg f\u00fcr Folter in US-Milit\u00e4rgef\u00e4ngnissen. In einem politisch gepr\u00e4gten und von Emp\u00f6rung geleiteten Kontext blieb die Frage nach den \u00e4sthetischen und bildlichen Qualit\u00e4ten dieser Fotos offen. Redaktionen setzten die Bilder vielmehr auflagesteigernd ein, was sich, nicht zuletzt wegen der zun\u00e4chst noch wenig bekannten Umst\u00e4nde, unter denen die Fotos entstehen konnten, als zweifelhaft erwies. Ihres Kontexts beraubt, blieb unber\u00fccksichtigt, dass die Gefangenen offensichtlich einer Regie unterworfen worden waren. Jemand hatte sie gezwungen, Formationen zu bilden oder Posen einzunehmen. Fotos zeigen eine junge Frau, die einen Gefangenen an einer Leine h\u00e4lt. Die in verschmutzter Kleidung oder nackt und im schlechten Licht auf fleckigem Estrich liegenden M\u00e4nner offenbaren ein Elend, das durch die Inszenierung gesteigert wird und befremdlich wirkt. Diese Fotos beinhalten ein Potential f\u00fcr Geschichten, die nach und nach ans Licht kamen und Fragen nach den Grenzen des Dokumentarischen aufwerfen. Zugespitzt lie\u00dfe sich sogar spekulieren, ob es mit Dokumentarfotografien gelungen w\u00e4re, so viel Aufmerksamkeit zu erzielen.<a id=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Besonders wirksam erwies sich die Immaterialit\u00e4t der Fotos. Sie sind digital und boten daher in einer Zeit, als die Sozialen Medien am Anfang ihres bis dahin noch nicht absehbaren Siegeszug standen, die M\u00f6glichkeit, sehr schnell in Umlauf gebracht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenige Jahre sp\u00e4ter griff die US-amerikanische Popul\u00e4rkultur Szenen aus den Fotos auf und bot Halloweenkost\u00fcme an, die auch Kindern und Jugendlichen erm\u00f6glichten, in die Rolle von Folteropfern und Folterern aus Abu Ghraib zu schl\u00fcpfen, um bei ihren Nachbarn S\u00fc\u00dfes zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonders krasses Beispiel zeigt das Foto von J. Hobin.  <a href=\"http:\/\/copyranter.blogspot.com\/2011\/10\/its-little-early-but-how-bout.html\">http:\/\/copyranter.blogspot.com\/2011\/10\/its-little-early-but-how-bout.html<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>In einer Halloween-Kulisse stellen Kinder Szenen aus Abu Ghraib nach, die der Fotograf benutzt, um sein Foto mit dem Spruch: \u201cIt\u00b4s a little early, but how bout a disturbing Halloween photo?\u201d anzupreisen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Weschler-Herskovic_American-Innocence-2007-nach-Rockwell-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"502\" height=\"529\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Weschler-Herskovic_American-Innocence-2007-nach-Rockwell-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1154\" style=\"aspect-ratio:1.3029661016949152;width:464px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Weschler-Herskovic_American-Innocence-2007-nach-Rockwell-1.jpg 502w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Weschler-Herskovic_American-Innocence-2007-nach-Rockwell-1-285x300.jpg 285w\" sizes=\"auto, (max-width: 502px) 100vw, 502px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Abbildung aus dem Archiv des Autors einh\u00e4lt eine Auswahl der Fotos aus Abu Ghraib, die in die in der Originallegende bezeichneten Illustration von Norman Rockwell montiert worden sind.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf den beiden Bildern, die einige Jahre nach den Ereignissen in Abu Ghraib entstanden sind, trifft das von der Au\u00dfenwelt abgeschirmte Geschehen auf US-amerikanische Kinder. Die im Internet kursierenden Bilder erzwingen bis heute eine \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit Gewalt und zeigen nicht zum ersten Mal, dass die von politischen Akteuren losgetretenen Ereignisse Folgen an jedem Punkt der Erde haben. Im Kinderzimmer werden urspr\u00fcngliche Fotodokumente notgedrungen zu einem Spiel. Der in ihnen innewohnende Horror wird im Geiste von Halloween zu einem Phantasieprodukt, das ein alle Vorstellungen \u00fcbersteigendes Geschehens handhabbar zu machen versucht. Dazu  wird die schwer nachvollziehbare Wirklichkeit in Kost\u00fcme und andere Artefakte gefasst.<a id=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>An der Entstehung der zu ikonischen Bildern gewordenen Fotografien aus einem Trakt des Milit\u00e4rgef\u00e4ngnisses aus Abu Ghraib, der vom Milit\u00e4rgeheimdienst kontrolliert wurde, sind drei Gruppen von Akteuren beteiligt. Die Gefangenen, die der Willk\u00fcr ausgesetzt sind, die Verh\u00f6rspezialisten, die ihren Methoden folgen, um die von ihnen vermutete Wahrheit herauszufinden und die Milit\u00e4rpolizisten um Feldwebel Graner, die von den Agenten die Erlaubnis haben, ihre Spiele mit den Gefangenen zu treiben. Im Gegensatz zu den Folterern, die nicht einmal die direkten Vorgesetzten der Gruppe um Graner sind, haben letztere keinen Plan, sondern lassen in der Regellosigkeit ihrer Fantasie freien Lauf und bringen diese fraglos verwerflichen aber doch eindringlich wirkenden Schnappsch\u00fcsse hervor, die bekannterma\u00dfen weltweit Emp\u00f6rung hervorgerufen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben gibt es ein anderes Artefakt, das weniger popul\u00e4r geworden ist, aber eine f\u00fcr die Bearbeitung des Ersch\u00fctternden produktive Perspektive innerhalb der Folterdebatte \u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abu Ghraib in Paderborn?<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Morgen des 30. Oktober 2004 fanden Passanten auf dem Platz vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg in Paderborn einen mit Bandstahl vergitterten h\u00f6lzernen K\u00e4fig vor. Er entsprach 1 zu 1 einer Isolierzelle, die U.S.-Truppen im Foltergef\u00e4ngnis von Abu-Ghraib benutzten. Am Jesuitenkolleg, dem heutigen Gymnasium Theodorianum befand sich vor 400 Jahren die Theologische Fakult\u00e4t, an der Friedrich von Spee von 1629 bis 1631 als Professor f\u00fcr Moraltheologie unterrichtet hatte.<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Seine 1631 und 1632 erschienene Schrift <em>Cautio Criminalis<\/em> leistete einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Bem\u00fchungen, Folter und Unterdr\u00fcckung zu \u00e4chten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"690\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-1024x690.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1147\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-1024x690.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-300x202.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-768x517.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-1536x1035.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-2048x1380.jpg 2048w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-Isolierzelle-vom-Neg-11_2004-445x300.jpg 445w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wilfried Hageb\u00f6lling, <em>Abu Ghureib 2003\/2004&nbsp; \/&nbsp; Friedrich von Spee 1631\/1632<\/em>, Nachbau einer Isolierzelle der US-Armee aus dem Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis Abu Ghraib, 300x130x240 cm, Installation vor dem Gymnasium Theodorianum, Paderborn, 2004, Foto: johnicon, VG-Bild-Kunst, Bonn 2024<\/p>\n\n\n\n<p>Von Spee stand den in Hexenprozessen zum Tode Verurteilten auf ihrem Weg zur Hinrichtung bei, weshalb er wusste, dass diese Opfer der Inquisition unschuldig waren. Da sie ihren Peinigern chancenlos ausgeliefert waren, konnte jede ihrer Aussagen gegen sie gewendet werden. Um zu kl\u00e4ren, warum der in Paderborn lebende Bildhauer Wilfried Hageb\u00f6lling f\u00fcr seine Intervention eine Isolierzelle instrumentalisiert hat, wird vorgeschlagen, den K\u00e4fig als rhetorisches Mittel zu sehen. Seine Verwendung und die k\u00fcnstlerische Objektivierung von Isolation zeigen zudem, dass dieses Geh\u00e4use nicht nur mediale Zusammenh\u00e4nge ber\u00fchrt, sondern auch moralische, politische und rhetorische Fragen aufwirft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von der Imitation zur Metapher<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Intervention \u00f6ffentlich aufgestellt, erweist sich der K\u00e4fig als mehr als eine blo\u00dfe Nachbildung, denn das Objekt konnte nicht nur in Paderborn aufgestellt, sondern in Umlauf gebracht werden, um an jedem beliebigen Ort zu erscheinen. Deshalb ist der K\u00e4fig als materialisierte \u00dcbertragung der rhetorischen Figur der Metapher zu verstehen, wie sie schon antike Redner anwandten, um ihrem Publikum etwas Unbekanntes, Fernes oder noch nicht Verstandenes begreiflich zu machen. Das dreidimensionale Objekt tritt so mit der Erfahrung der Passanten in eine Beziehung und bringt ihnen das kontroverse Thema Einkerkerung und Folter nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute haben wir uns daran gew\u00f6hnt, f\u00fcr jede Gelegenheit Abbildungen zur Hand zu haben oder auf solche verweisen zu k\u00f6nnen, obwohl wir allgemein weniger bem\u00fcht sind, Bilder sprachlich herzustellen. Wir sollten uns daran erinnern, dass in der Renaissance Gedanken zun\u00e4chst in einer bildhaften Sprache vorhanden waren, ehe daraus Bilder entwickelt wurden. Die Maler hatten von den Dichtern gelernt, rhetorische Figuren zu visualisieren, um Menschen beispielsweise durch unterschiedliche Mimik und Gestik zu unterscheiden. Diese Mannigfaltigkeit wurde wie andere Kunstgriffe (Verschiedenartigkeit, R\u00e4umlichkeit, Perspektive, Relief etc.) von bildenden K\u00fcnstlern \u00fcbernommen und von Kunsttheoretikern ausgef\u00fchrt,<a id=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> um bildliche \u00c4quivalente zu vervollkommnen. Sinnbildliche Verk\u00f6rperungen wie sie sich aus den Metaphern zu Allegorien entwickelten, erm\u00f6glichten es schlie\u00dflich, ausdrucksstarke und bisweilen drastische Bilder oder Objekte zu erfinden, mit denen sich bis heute Redner wie K\u00fcnstler Aufmerksamkeit verschaffen. In dieser kulturhistorischen Entwicklung wurzeln Handwerkszeug und Berufsethos von Menschen, die politisch Einfluss nehmen. Bei Hageb\u00f6lling fallen die Worte auf dem Boden des K\u00e4figs erst nach einer Ann\u00e4herung auf. Dort wurden sie als Schablonendruck gesetzt: ISOLIERZELLE WIE SIE US-TRUPPEN F\u00dcR ABU-GHURAIB-H\u00c4FTLINGE IN BAGDAD BENUTZEN <a id=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Angaben l\u00f6sen bei gleichzeitiger Gegenwart des K\u00e4figs einen Denkvorgang aus, der die bedr\u00fcckende Enge und Rechtlosigkeit der Insassen konkretisiert und ihre gleichzeitige Ausgesetztheit im Freien sinnf\u00e4llig werden l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"841\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-1024x841.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1153\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-1024x841.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-300x246.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-768x631.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-1536x1261.jpg 1536w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL-365x300.jpg 365w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/2004-Hageboelling-vom-Dia-2-TITEL.jpg 1828w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wilfried Hageb\u00f6lling, Isolierzelle s.o., (Detail), Foto: johnicon, 2004, VG Bild-Kunst, Bonn 2024<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle politische Ereignisse verl\u00e4ngerten die Botschaft des K\u00e4figs \u00fcber den Anlass seiner Aufstellung hinaus. So wurde im November 2004 angesichts des Irakkriegs, des US-amerikanischen Pr\u00e4sidentenwahlkampfs 2004 und 2008<a id=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> und der Zust\u00e4nde in au\u00dferterritorialen Gefangenenlagern die Berechtigung von Folter diskutiert. In Deutschland begleitete eine \u00e4hnliche Kontroverse auch den Prozess gegen den ehemaligen stellvertretenden Polizeipr\u00e4sidenten von Frankfurt, der einem Entf\u00fchrer durch eine \u201apeinliche Befragung\u2018 das Versteck seines Opfers entlocken wollte.<a id=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> An dem an sich stummen, aber als Metapher beredt gemachten K\u00e4fig liefen die F\u00e4den der internationalen Politik lokal zusammen. Nicht zuletzt fiel im Monat des Gedenkens an die Toten, an den Beginn der Nazipogrome und den Mauerfall am 9. November auch ein Licht auf das Verh\u00e4ltnis des Themas zu unserer eigenen j\u00fcngeren Geschichte.<a id=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Als Beispiel f\u00fcr die Vorf\u00fchrung von Angeklagten im K\u00e4fig wird hier ein Foto verwendet, dass Alexej Navalny, den Gegner Putins, vor Gericht zeigt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"387\" height=\"385\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1160\" style=\"aspect-ratio:1.0051948051948052;width:449px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1.jpg 387w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1-300x298.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/RUSSS-Nalni-2024-10-21-132013-1-302x300.jpg 302w\" sizes=\"auto, (max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Abb.: Mozilla Lesevorschl\u00e4ge 21.10. 2024. Der K\u00e4fig aus an den Kreuzungspunkten geschwei\u00dftem Baustahl suggerierte schon die n\u00e4chste Stufe eines m\u00f6glichen Angriffs auf das Leben des Oppositionellen: Die Einbetonierung des Gefangenen nach Art der Mafia. Die implizierte Todesdrohung soll au\u00dferdem abschrecken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fotos heizten den Skandal an.<\/h2>\n\n\n\n<p>R\u00fcckblickend wird deutlich, dass nicht der K\u00e4fig die Diskussionen um die Folter ver\u00e4nderte, sondern die geleakten Fotos aus Abu Ghraib eine unerwartete politische Wirkung entfalteten. Sie brannten sich in das kollektive Ged\u00e4chtnis ein und ver\u00e4nderten infolge zahlreicher Prozesse, die durch das Bekanntwerden der Bilder forciert wurden, die Haltung einer Mehrheit der US-Amerikaner gegen\u00fcber der Folter, die letztlich die Regierung unter Druck setzte.<a href=\"#_ftn9\" id=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Aspekt der Fotografien und ihrer Inszenierung blieb jedoch unbeachtet. Dieser erschlie\u00dft sich aus der Funktion der Gruppe um den Feldwebel Charles Graner. Es handelte sich um Milit\u00e4rpolizisten, die im Dienst Gefangene registrierten,<a href=\"#_ftn10\" id=\"_ftnref10\">[10]<\/a> und sich in ihrer Freizeit in den G\u00e4ngen des Trakts herumtrieben, aus dem sich eine Folterabteilung Gefangene f\u00fcr ihre Verh\u00f6rte holte. Entgegen der Berichterstattung, die den Eindruck erweckte, dass die Gruppe um Graner dienstlich t\u00e4tig war, als die Fotos entstanden, deutet die unkorrekte Kleidung der Soldaten darauf hin, dass sie nach Dienstschluss eigenm\u00e4chtig handelten. Wolfgang Binder hat in seiner Dissertation das System der Auslagerung von Verantwortung erkannt, jedoch trotz seiner kunstgeschichtlichen Kenntnisse den durch K\u00fcnstlerinnen seit den 1960er Jahren mittels Kunst-Performances eingebrachten Aspekt \u00fcbersehen, der bis heute auch in der Kunstwissenschaft unter dem Begriff \u201eSelbsterm\u00e4chtigung\u201c<a href=\"#_ftn11\" id=\"_ftnref11\">[11]<\/a> aufs Neue diskutiert wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Selbsterm\u00e4chtigung<\/h2>\n\n\n\n<p>Hier ist zuerst auf Carolee Schneemann zu verweisen, die in ihrem Happening \u201eMeat Joy\u201c seit 1964 ein orgiastisches Geschehen mit mehreren halbnackten Teilnehmern inszenierte. Auch Yayoi Kusama organisierte ab 1968 \u201eNaked Events\u201c in New York und Buenos Aires. In Europa sorgten \u00e4hnliche Aktionen der Wiener Aktionisten unter der Regie von Otto M\u00fchl und Hermann Nitsch f\u00fcr Aufsehen. Valie EXPORT, eine \u00f6sterreichische feministische K\u00fcnstlerin f\u00fchrte 1968 ihren damaligen Partner Peter Weibel, der ihr auf allen Vieren wie ein Hund an einer Leine folgte, durch die Wiener Innenstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das l\u00f6ste, nicht etwa einen Skandal aus, sondern belustigte die Passanten. Diese humorige Wendung nimmt der \u00dcberschreitung von Konventionen ihre Schwere. Auch dass sie am helllichten Tage in einem urbanen Kontext vorgetragen wurde, bef\u00f6rdert grunds\u00e4tzlich die unmittelbare Kommunikation, die bei einer Inszenierung in einer stickigen und von Angst vergifteten Atmosph\u00e4re eines Gef\u00e4ngnisses durch Langeweile und Zwang pervertiert wird. Schon hier zeigt sich der Wert eins k\u00fcnstlerischen Verst\u00e4ndnisses, der den Aktionen in Abu Ghraib abgeht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"585\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715-1024x585.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1150\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715-1024x585.jpg 1024w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715-300x171.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715-768x439.jpg 768w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715-500x286.jpg 500w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Valie-Export-P-Weibel-2024-10-30-175715.jpg 1131w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Valie EXPORT und Peter Weibel: <em>Aus der Mappe der Hundigkeit<\/em>, Aktion in Wien, 1968,<br>Video der Aktion: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=41ES0XrCX6M\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=41ES0XrCX6M<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/England2004-2024-10-29-133516-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"583\" height=\"496\" src=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/England2004-2024-10-29-133516-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1151\" style=\"aspect-ratio:1.1754032258064515;width:422px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/England2004-2024-10-29-133516-.jpg 583w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/England2004-2024-10-29-133516--300x255.jpg 300w, https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/England2004-2024-10-29-133516--353x300.jpg 353w\" sizes=\"auto, (max-width: 583px) 100vw, 583px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Lynndie England mit einem Gefangenen in Abu Ghraib, Irak 24. Okt. 2003 <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn hier das Skandalfoto von 2003 aus Abu Ghraib mit einem 35 Jahre zuvor entstanden Standbild der Aktion von EXPORT und Weibel konfrontiert wird, f\u00e4llt zwar die haupts\u00e4chliche ikonographische \u00dcbereinstimmung auf, dass n\u00e4mlich eine Frau einen Mann an der Leine h\u00e4lt, doch werden auf den zweiten Blick starke Unterschiede augenf\u00e4llig. Die Kunst-Aktion wurde bewusst in die \u00d6ffentlichkeit verlegt, weil die exklusive Situation in einem Museum aufgeben werden sollte. Der bis auf die Akteure menschenleere Gef\u00e4ngnisflur ist dagegen von der \u00d6ffentlichkeit abgeschottet. Darin liegt ein nackter Mann, der sich mit seinem linken Arm aufst\u00fctzt, um seinen Kopf vom Boden anzuheben, so dass er ein eventuelles Zerren an der Leine pariert kann. Der Blick der Soldatin, die ihre Uniformjacke mit Dienstgrad und Kopfbedeckung abgelegt hat, \u00e4u\u00dfert Interessenlosigkeit, w\u00e4hrend EXPORT l\u00e4chelnd im zugewandten Blickkontakt mit ihrem Partner steht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eigenm\u00e4chtigkeit und visuelle Begabung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die hier nur angedeuteten Unterschiede machen deutlich, dass beide Aktionen, abgesehen vom zeitlichen Abstand, unter grunds\u00e4tzlich anderen Bedingungen aufgef\u00fchrt worden sind. EXPORT und Weibel haben sich herausgenommen, das Museum zu verlassen, um Verhalten und K\u00f6rperlichkeit, Gesten und Abh\u00e4ngigkeiten von Mann und Frau, K\u00fcnstler und Museen \u00f6ffentlich zur Diskussion zu stellen. Diesen Absichten entspricht der sp\u00e4ter eingef\u00fchrte Begriff der <em>Selbsterm\u00e4chtigung<\/em>, w\u00e4hrend im Gef\u00e4ngnis Machtaus\u00fcbung und Zwang vorherrschen, weshalb hier besser von Eigenm\u00e4chtigkeit zu sprechen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesen ersten Schlussfolgerungen, die aus der Abgrenzung von Misshandlung und Performances gezogen werden k\u00f6nnen, offenbaren die Aussagen Englands in einem Interview mit Emma Brookes nach der Entlassung aus dem Gef\u00e4ngnis bisher unbeachtet gebliebene Aspekte aus ihrem Soldatenleben. Zun\u00e4chst einmal ist festzuhalten, dass England ihre Strafe akzeptierte es aber ungerecht fand, dass sie im Gef\u00e4ngnis landete und nicht auch ihre Vorgesetzten, die ihre Aufsichtspflichten verletzt hatten. Auch erkundigte sich die ehemalige Soldatin nach dem Verbleib der Fotos und zeigte sich durchaus zufrieden damit, dass sie geleakt worden waren, was dazu gef\u00fchrt hatte, dass die Folterpraxis \u00fcberpr\u00fcft worden war. Dann spricht England \u00fcber ihre pers\u00f6nlichen Motive. Sie erw\u00e4hnt, dass der psychologische Test vor der Gerichtsverhandlung ihr eine herausragende visuelle Wahrnehmungsf\u00e4higkeit bescheinigt h\u00e4tte.<a id=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Dies sah sie als Best\u00e4tigung f\u00fcr ihr gestalterische Begabung. Unter Ber\u00fccksichtigung ihrer Herkunft aus einer armen Familie, die ihrer Tochter, in einer wirtschaftlich abgeh\u00e4ngten Gegend im Wohnwagen lebend, nicht viel bieten konnte, fand England in Abu Ghraib offensichtlich zum ersten Mal in ihrem Leben Mittel und Ressourcen vor, die ihr erlaubten, ihrer Begabung freien Lauf zu lassen In dem trostlosen Gefangenenlager und unter dem Schutz ihres Verlobten und Vorgesetzten Graner konnte die junge Frau mit ihren Kameradinnen Sabrina Harman und Megan Ambuhl unbeobachtet und au\u00dferhalb jeder Kontrolle in ihrer freien Zeit die Regie \u00fcbernehmen und ein Theater bizarrer Ideen erschaffen.<a id=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Repression schl\u00e4gt in Perversion um<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit den Experimenten der Body Art versuchten die oben beispielhaft genannten K\u00fcnstler*innen die durch Arbeit und patriarchale Verh\u00e4ltnisse eingeschr\u00e4nkten Spielr\u00e4ume zun\u00e4chst physisch sinnbildlich auszuweiten. Die Aktionen und die daraus hervorgebrachten Dokumente ver\u00e4nderten zun\u00e4chst das Bild vom K\u00f6rper und den gegenseitigen Umgang. Somit zielten sie in der Praxis auf die volle Verf\u00fcgbarkeit ihrer geistigen und k\u00f6rperlichen Ressourcen.<a id=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Im Gefangenenlager von Abu Ghraib bedeutete die Kasernierung in einer feindlichen Umgebung nicht nur f\u00fcr die Gefangenen sondern auch f\u00fcr die Soldaten erheblichen Stress, der die seelische und physische Verfassung der jungen Soldaten beeinflusste. Sie waren durch die Rationalit\u00e4t einer milit\u00e4rischen Hierarche instrumentalisiert und suchten nach Auswegen, ohne allerdings die daraus resultierende Bedr\u00e4ngnis zu ahnen \u2013 geschweige objektivieren zu k\u00f6nnen. Stattdessen lebte sie ihren Freiheitsdrang mit performativen Mitteln in anarchistischen Akten in einer \u201evorrationalen Sph\u00e4re\u201c<a id=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> aus. Wie es die Fotografien belegen, wurden Bestandteile von Mimik, Gestik und Handlungen freigesetzt, die sich in anderen Bereichen der Gesellschaft unter besseren Bedingungen schon entfaltet worden waren. In einem Gef\u00e4ngnis f\u00fcr Kriegsgefangene, wo die Milit\u00e4rpolizisten um Graner auch noch durch die Folterer des Milit\u00e4rgeheimdienstes protegiert wurden,<a id=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> musste ein derartiger Versuch, die eigene Situation durch Selbsterm\u00e4chtigung zu verbessern oder nur den Stress zu mildern, in Perversion untergehen und scheitern.<a id=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> England blieb wie die von ihr unterworfenen Gefangenen selbst eine Gefangene der milit\u00e4rischen Hierarchie und wurde obendrein daf\u00fcr verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>An einem Ort, wo schon die Erpressung von Aussagen durch Folter misslang, wie es Binder hervorhob, konnte es auch keine Freizeit, geschweige denn Freir\u00e4ume geben, die eine Emanzipation durch Performance erm\u00f6glicht h\u00e4tte. Verglichen mit pers\u00f6nlichen Niederlagen, die mit dem Scheitern des Kampfs gegen den Terror verbunden sind, bot der Nachbau des K\u00e4figs im Verh\u00e4ltnis 1 zu 1, wie ihn Wilfried Hageb\u00f6lling aufstellte, eine Gelegenheit die Emp\u00f6rung oder auch die Trauer \u00fcber das Geschehen anzudocken. Es wurde ein Objekt angeboten, das als Projektionsfl\u00e4che dienen konnte.<a id=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a>&nbsp; Die Freiwilligkeit erlaubte es den Passanten, sich dem K\u00e4fig im \u00f6ffentlichen Raum zu n\u00e4hern und sich mit dem Sinnbild des Desasters ohne Gesichtsverlust und mit Empathie auseinanderzusetzen. Diese M\u00f6glichkeit gestattete es Betrachtern, die durch die Fotos aus Abu Ghraib ausgel\u00f6ste Besch\u00e4mung oder auch eine m\u00f6gliche Re-traumatisierung zu mildern. Das Entsetzen findet einen Kontext, der sich jenseits eines von Gesch\u00e4ftsinteressen getriebenen Mummenschanz entlastend auswirken kann.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a9 Johannes Lothar Schr\u00f6der<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">LITERATURVERZEICHNIS<\/h2>\n\n\n\n<p>Binder, W. (2012). <em>Die \u00f6ffentliche Macht der Moral. Abu Ghraib als ikonische Wendung im Krieg gegen den Terror.<\/em> Konstanz: Universit\u00e4t Konstanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Binder, W. (2014). Folter als Performanz. In: Bernhard Giesen u.a. (Hg.), <em>Ungef\u00e4hres. Gewalt, Mythos, Moral<\/em> (S. 66-87). Weilerswist-Metternich: Velbr\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Brookes, E. (2009). \u201eWhat happens in war happens\u201c. In: <em>The Guardian, <\/em>03.01.2009.<\/p>\n\n\n\n<p>Honneth, A. (1988). Foucault und Adorno. Zwei Formen einer Kritik der Moderne. In: Peter Kemper (Hg.), <em>Postmoderne oder der Kampf um die Zukunft<\/em> (S. 127-144). Frankfurt am Main: Fischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Meyer zu Schlochtern, J. (2019). Friedrich Spee und Abu Ghureib. (Professoren der Theologischen Fakult\u00e4t, Paderborn, Hrsg.) <em>Theologie und Glaube<\/em>, Aschendorf, Oktober 2019, S. 328-342.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anmerkungen<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Ambivalenz von Dokument und Inszenierung fasst Werner Binder in seinem Aufsatz <em>Folter als Performanz<\/em> folgenderma\u00dfen zusammen: \u201eVor dem Hintergrund der Folterdebatte nach 9\/11 m\u00fcssen die Missbrauchsf\u00e4lle von Abu Ghraib als eine \u201amissgl\u00fcckte\u2019 Performanz von Folter aufgefasst werden.\u201c (Binder W. , 2014) S. 86<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Das ist eine M\u00f6glichkeit, die der deutsche Regisseur Werner Herzog auch in Dokumentarfilmen anwendet, weil er nicht an das blo\u00dfe Abfilmen von Wirklichkeit glaubt.\u201eWerner Herzog legt den Protagonisten in seinen Dokumentarfilmen manchmal Worte in den Mund oder erfindet etwas hinzu. Er schafft Bilder, die eine tiefere, \u201aekstatische Wahrheit\u2018 enth\u00fcllen sollen und daf\u00fcr auch mal deutlich von den Fakten abweichen.\u201c Kristina Jaspers und Rainer Rother (Hg.), Werner Herzog, Berlin (Deutsche Kinemathek) 2022, S.234 Die Autoren n\u00e4hern sich mit der Frage, ob \u201eeine Inszenierung tats\u00e4chlich \u201awahrer\u2018 sein (kann) als ein Dokument?\u2018 dem Widerstreit zwischen den M\u00f6glichkeiten eines Kunstprodukts und der Darstellung seines Inhalts. Herzog nutzt also die Erfassung der Wirklichkeit zur Hervorbringung einer &#8222;ekstatischen Wahrheit&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.thf-paderborn.de\/theologische-fakultaet-paderborn-verleiht-friedrich-spee-preis-2018\/\">https:\/\/www.thf-paderborn.de\/theologische-fakultaet-paderborn-verleiht-friedrich-spee-preis-2018\/<\/a> 12.12.2018<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Michael Baxandall: Painting and Experience in Fifteenth Century Italy, Oxford 1972, dt.: Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien des 15. Jahrhunderts, Frankfurt 1987<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Zur Schreibung von Abu Ghraib ist anzumerken, dass im Text abweichend von der Schreibweise Abu Ghuraib, f\u00fcr die sich Hageb\u00f6lling entschieden hat, die in Publikationen \u00fcbliche Schreibung verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" id=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die Ver\u00f6ffentlichung der Bilder und die Prozesse gegen US-Soldaten verst\u00e4rkten die Diskussion noch einmal w\u00e4hrend des US-amerikanischen Vorwahlen und dem Wahlkampf um die Pr\u00e4sidentschaft.&nbsp;(Binder W. , 2012), S. 584-597.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" id=\"_ftn7\">[7]<\/a> Anlass war die Entf\u00fchrung des Sohnes der Bankiersfamilie von Metzler. Der T\u00e4ter wurde gefasst, doch versuchte die Polizei vergeblich, den Aufenthaltsort des Entf\u00fchrten zu ermitteln, um das Leben von Jakob Metzler zu retten. Aus diesem Anlass wurden die Vor- und Nachteile der Wiedereinf\u00fchrung von Folter \u2013 auch zur Abwendung von Terror \u2013 diskutiert. Domenico Siciliano rezensierte die zuletzt erschiene Literatur dazu., Folter. Rituale der Macht, in: Rechtsgeschichte, Nr. 7, 2005, S. 161\u2013169. \u201eRes\u00fcmierend kann man festhalten, dass Folter keine deutsche Rechtsgeschichte ist. Sie ist auch keine Geschichte bzw. keine naturgegebene Konstante der Gesellschaft. Folter dient grunds\u00e4tzlich der Feststellung bzw. der Konstruktion der Wahrheit durch den Staat im Strafprozess. Insofern hat die Folter immer eine politisch staatliche Dimension. Ihre Verabsolutierung, Naturalisierung und Spektakularisierung lenkt den Blick von den Wahrheits- bzw. Machtstrategien ab, die der Staatsapparat durch sie verfolgt und durchsetzt. Es muss keinen Skandal darstellen, dass Literaten besser als Juristen diese Machtstrategien durchschauen, beschreiben und kritisieren.\u201c S. 169 Die Herausgeber des Sammelbandes \u201eUngef\u00e4hres\u201c nennen als Grund f\u00fcr ihre Publikation: \u201eDas Geschw\u00e4tzige Wuchern der Diskurse und die unabl\u00e4ssige Vervielf\u00e4ltigung der Bilder f\u00f6rdern eine gesellschaftliche Un\u00fcbersichtlichkeit, in welcher die Unterscheidung zwischen Ger\u00fccht und Wissen, Original und Kopie, Gegnerschaft und Nachahmung zu kollabieren droht.\u201c (Binder W. , 2014)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" id=\"_ftn8\">[8]<\/a> (Meyer zu Schlochtern, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" id=\"_ftn9\">[9]<\/a> Wolfgang Binder hat die Debatte und Wirkung der Bilder in seiner Dissertation <em>Die \u00f6ffentliche Macht der Moral<\/em> zusammengetragen und mit einer Analyse der Fotos verkn\u00fcpft, um ihre Macht zu begr\u00fcnden. Die Diskussion \u00fcber die Folterpraktiken f\u00fchrten \u00fcber mehrere Phasen im Laufe von Jahren zwar nicht zu R\u00fccktritten von Ministern, sondern zog sich bis zur Pr\u00e4sidentenwahl 2008, in der McCain gegen Barak Obama antrat. McCain hatte zusammen mit den Demokraten ein Amendment durchgesetzt, das neue Standards der Behandlung von H\u00e4ftlingen setzte.&nbsp;(Binder W. , 2012), S. 648ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" id=\"_ftn10\">[10]<\/a> 10.05.2004&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-30833335.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-30833335.html<\/a>&nbsp; (besucht am 23.08.2017)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" id=\"_ftn11\">[11]<\/a> Den Begriff hat der Psychologe Julian Rappaport 1984 gepr\u00e4gt, als er Selbsterm\u00e4chtigung als ein Mittel beschrieb, das in der Gemeindepsychiatrie und -sozialarbeit die Menschen bef\u00e4higen soll, die L\u00f6sung ihrer Probleme selbst in die Hand zu nehmen. (<em>Studies in Empowerment: Steps Toward Understanding and Action<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEmpowerment` unterst\u00fctzt Menschen bei ihrer Suche nach Selbstbestimmung und autonomer Lebensregie.\u201c <a href=\"https:\/\/de.m.wiktionary.org\/wiki\/Empowerment\">https:\/\/de.m.wiktionary.org\/wiki\/Empowerment<\/a> Erst Jahrzehnte sp\u00e4ter wurde dieser Begriff im Zuge einer feministischen und postkolonialen Kunstgeschichte r\u00fcckblickend auf Performances von K\u00fcnstler*innen \u00fcbertragen. F\u00fcr den Vergleich der Motive auf den Fotos aus Abu Ghraib mit Szenen aus der Performance-Dokumentation kann dieser Begriff dazu beitragen, sich einem bisher vernachl\u00e4ssigten Aspekt zu n\u00e4hern. In den letzten Jahren wurde der Begriff wieder h\u00e4ufiger verwendet. Alice Henkes sieht das Theater von Rimini Protokoll unter dieser Pr\u00e4misse. <a href=\"https:\/\/www.rimini-protokoll.de\/website\/media\/Solothurn\/Presse\/2023-02-22_Kunst-Bulletin_Rimini%20Protokoll%20u%20Kunst%20als%20Anleitung%20zur%20kritischen%20Selbstermochtigung_.pdf\">https:\/\/www.rimini-protokoll.de\/website\/media\/Solothurn\/Presse\/2023-02-22_Kunst-Bulletin_Rimini%20Protokoll%20u%20Kunst%20als%20Anleitung%20zur%20kritischen%20Selbstermochtigung_.pdf<\/a> (10.11.2024) Auch fand Selbsterm\u00e4chtigung Eingang in den Titel eines Buchs \u00fcber Achtsamkeit von Wolfgang Ullrich. Identifikation und Empowerment, Berlin (Wagenbach) 2024.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" id=\"_ftn12\">[12]<\/a> Die Aussage des psychologischen Gutachtens: \u201eThere are only ten kids in the USA who have that.\u201d Lynndie England im Gespr\u00e4ch mit Emma Brookes (Brookes, 2009). Mit dem Satz: \u201eNur 10 kids in den USA haben diese Begabung\u201c wird ihre visuelle Intelligenz gew\u00fcrdigt und es war wohl das einzige Mal, dass ihr als Kind der Unterschicht eine W\u00fcrdigung zuteilwurde. Auch wenn sie sich in ihrer einfachen Sprache dazu \u00e4u\u00dferte, wird ersichtlich, wie stolz sie war, dass sie einmal nicht nur als Delinquentin wahrgenommen, sondern ihr eine Begabung zuerkannt wurde, aus der sie trotz ihrer misslichen Lage Selbstbewusstsein beziehen konnte..<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" id=\"_ftn13\">[13]<\/a> Als Grund f\u00fcr ihre Entscheidung, sich als Soldatin f\u00fcr einen Auslandseinsatz zu verpflichten, gab England die Absicht an, genug Geld verdienen zu k\u00f6nnen, um als Veteranin mit ihrer Abfindung ein teures College zu bezahlen. Es war ihr Ziel, sich durch Bildung zu emanzipieren. Doch konnte sie nicht ahnen, dass die Umst\u00e4nde ihrer milit\u00e4rischen Laufbahn genau das verhinderten. Die Verurteilung f\u00fchrte zum Verlust ihres Dienstgrades, ihres Status als Veteranin und folglich auch der Abfindung. <a>Lynndie England im Gespr\u00e4ch mit Emma Brookes <\/a>(Brookes, 2009).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" id=\"_ftn14\">[14]<\/a> Diese Entwicklung verlief nicht isoliert in der Kunst ab. Das Feld war Teil der Emanzipationsbewegungen seit den 1960er Jahren in allen Bereichen des Lebens. Erforscht wurde dieser Bereich allerdings erst etwa zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter in der Soziologie, in der zun\u00e4chst die Ungleichbehandlung in der Erwerbsarbeit erforscht wurde. Die kulturellen Auswirkungen fanden mit weiterer Verz\u00f6gerung Beachtung. Hildegard Maria Nickel blickt aus der Zeit der Etablierung dieses Zweigs der Soziologie zur\u00fcck auf die Anf\u00e4nge. In: Genderstudien (Hg. von Christina von Braun und Inge Stephan), Stuttgart und Weimar (Metzler) 2000, S. 130-141.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" id=\"_ftn15\">[15]<\/a> (Honneth, 1988), S. 135<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" id=\"_ftn16\">[16]<\/a> Nach \u00fcbereinstimmenden Aussagen von England und anderen lie\u00dfen die Soldaten des Milit\u00e4rgeheimdienstes die Soldaten um Graner ihre Spiele mit den Gefangenen mit der Absicht treiben, diese f\u00fcr die \u201eVerh\u00f6re weichzuklopfen\u201c Der Spiegel berichtete am 10.05.2004 \u00fcber \u201eeinen 53-Seiten-Bericht \u2026, den Generalmajor Antonio Taguba verfasste. Danach vernachl\u00e4ssigten die Offiziere ihre Aufsichtspflicht, und die Milit\u00e4rpolizisten dienten den Verh\u00f6rern als B\u00fcttel &#8211; sie sollten die Gefangenen \u201aauflockern\u2018, damit sie ihr Wissen \u00fcber den Widerstand im Lande leichter ausplauderten.\u201c <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-30833335.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-30833335.html<\/a>&nbsp; (23.08.17)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" id=\"_ftn17\">[17]<\/a> Zum erneuten Wahlsieg von Donald Trump schrieb Slavoj Zizek bei e-flux \u00fcber Unterdr\u00fcckung und auch \u00fcber die Perversion. Er argumentierte mit Freud, der sagte, dass \u201ebei der Perversion alles Unterdr\u00fcckte, alle unterdr\u00fcckten Inhalte in all ihrer Obsz\u00f6nit\u00e4t zum Vorschein (kommt), aber diese R\u00fcckkehr des Unterdr\u00fcckten verst\u00e4rkt nur die Unterdr\u00fcckung \u2013 und das ist auch der Grund, warum Trumps Obsz\u00f6nit\u00e4ten nichts Befreiendes haben. Sie verst\u00e4rken lediglich die soziale Unterdr\u00fcckung und Mystifizierung. Trumps obsz\u00f6ne Auftritte bringen also die Falschheit seines Populismus zum Ausdruck: Um es mit brutaler Einfachheit auszudr\u00fccken: W\u00e4hrend er so tut, als k\u00fcmmere er sich um die einfachen Leute, f\u00f6rdert er das Gro\u00dfkapital.\u201c (nach #e-flux auf Instagram am 14.11.2024)<\/p>\n\n\n\n<p><a id=\"_ftn18\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Manfred Schneckenburger erw\u00e4hnte in einer Podiumsdiskussion \u00fcber den K\u00e4fig von Hageb\u00f6lling, dass ihm sofort die Fotos aus Abu Ghraib von den Augen gestanden h\u00e4tten, als er ihn zum ersten Mal gesehen hatte. (Meyer zu Schlochtern, 2019)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 20 Jahren in Abu Ghraib und heute Halloween Am 28. April 2004 erregten die aus dem Gef\u00e4ngnis von Abu Ghraib geschmuggelten Fotos, die Gefangene in erniedrigenden Posen zeigten, international Aufsehen. Sie verbreiteten sich schnell und galten als Beleg f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/?p=1145\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[251,18],"tags":[97,43,187,23,85,28,34,73,117],"class_list":["post-1145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildpolitik","category-nachgeschaut-nachgelesen","tag-aktionskunst","tag-body-art","tag-hageboelling","tag-installation","tag-koerpersprache","tag-krieg","tag-medien","tag-performancephotography","tag-zerstoerung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1145"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1162,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1145\/revisions\/1162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.owlperformanceart.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}